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Politik

Universitätssenat kritisiert Privatisierung der Uniklinik Marburg

Dienstag, 20. März 2012

Marburg/Gießen – Die Fusionierung der Unikliniken Marburg und Gießen und die anschließende Privatisierung hat der Senat der Philipps-Universität Marburg kritisiert. „Der Senat stellt mit Bedauern fest, dass viele seiner Befürchtungen bestätigt und die negativen Auswirkungen auf das Klinikum und die Universität immer deutlicher werden“, heißt es in einer gestern verabschiedeten Resolution, die auch der Personalrat, die Zentrale Frauenbeauftragte, der Vorstand des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und die Fachschaftenkonferenz (FSK) unterstützen.

Bereits in der Entscheidung, die Gemeinnützigkeit aufzugeben, die Krankenversorgung aus der Einheit in einer Uniklinik von Krankenversorgung, Forschung und Lehre heraus zu veräußern und an einen im Drei-Monats-Rhythmus auskunftspflichtigen börsennotierten Konzern zu verkaufen, ist nach Ansicht des Senates der Keim zum Scheitern des gesamten Projektes gelegt worden.

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„Eine Universitätsklinik hat die gesamte Strecke von ‚bench to bedside’ abzudecken. Das Herausschneiden des Krankenversorgungsaspektes und die Unterwerfung der Krankenversorgung unter ein striktes Wirtschaftlichkeit- beziehungsweise Kostenmanagement sowie die Abhängigkeit von unrealistischen Gewinnvorgaben lassen eine gedeihliche Entwicklung einer Universitätsklinik nicht zu“, heißt es in der Resolution.

Das Beispiel der vorerst gescheiterten Partikeltherapie zeige mangelndes Verständnis für die universitäre Medizin, die gelegentlich noch ungesicherte Therapien unter ethischen Vorgaben testen müsse und damit wirtschaftliche Risiken eingehe.

Den Anstoß für die Resolution gab der geplante Stellenabbau am privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg. „Hochqualifizierte Mitarbeiter als Kostenfaktor zu betrachten und möglichst schnell zu reduzieren, zeigt, wie weit weg dieser börsennotierte Konzern von der Chance ist, eine Uniklinik wirtschaftlich zu führen und erfolgreich Medizin betreiben zu lassen“, heißt es in der Resolution. © hil/aerzteblatt.de

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