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Zu viele Fehlbildungen bei Ungeborenen unentdeckt

Dienstag, 20. März 2012

Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat die Qualität der Fehlbildungsdiagnostik kritisiert. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge kann jede Frau in Deutschland drei Ultraschalluntersuchungen in Anspruch nehmen. Trotzdem bleiben laut DEGUM viele Fehlbildungen bei Ungeborenen unentdeckt.

„Studien zeigen, dass die pränatalen Entdeckungsraten für schwere Fehlbildungen zunehmend hinter denen anderer europäischer Länder zurückfallen“, sagte Ulrich Gembruch, Direktor der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Bonn.

Eine vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossenen Änderungen der Mutterschaftsrichtlinien solle diesem Defizit nun Rechnung tragen: Künftig kann jede Frau im Rahmen des zweiten Ultraschallscreenings zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche eine „systematische Untersuchung der fetalen Morphologie“ in Anspruch nehmen. Diese geht über die bisherige Screeninguntersuchung hinaus.

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„Damit sind die Anforderungen zwar höher als die bisherigen. Wir erreichen aber bei Weitem nicht die Anforderungen, die mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern an eine Untersuchung auf fetale Fehlbildungen in der 20. Woche gestellt werden“, bemängelte Gembruch.

Die Anforderungen an das Screening entsprächen künftig weitestgehend der Basisuntersuchung der Stufe I der DEGUM. Ziel müsse aber sein, Entdeckungsraten zwischen 70 und 80 Prozent zu erreichen.

Dafür müssten Ärzte gemäß der DEGUM Qualifikationsstufe II qualifiziert sein sowie eine in Qualität und Umfang entsprechende Untersuchung durchführen. Eine solch detaillierte Organdiagnostik würde der Frauenarzt aber nach wie vor nur dann veranlassen, wenn er Auffälligkeiten entdecke oder besondere Risiken vorlägen. © hil/aerzteblatt.de

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