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Medizin

Alzheimer: Warnung vor antioxidativen Vitaminen

Dienstag, 20. März 2012

San Diego – Die Hoffnung, den Verlauf der Alzheimer-Demenz durch die Gabe von antioxidativen Vitamine zu bremsen, haben sich in einer Doppelblindstudie in den Archives of Neurology (2012; doi: 10.1001/archneurol.2012.85) nicht erfüllt. Aufgrund eines beschleunigten Abfalls im MMSE-Test mahnen die Autoren zur Vorsicht.

Antioxidative Vitamine gehören zu den Mitteln, die bei chronischen Erkrankungen oft bedenkenlos eingesetzt werden. Das Startsignal geben oft die Ergebnisse von Beobachtungsstudien, in denen die Einnahme von Vitaminen häufig mit einem günstigen Verlauf der Erkrankung assoziiert ist, doch nicht selten kommen dann klinische Studien zu einem anderen Ergebnis.

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Dies ist auch beim Morbus Alzheimer nicht anders. Angeregt durch Beobachtungsstudien entschied sich die Alzheimer’s Disease Cooperative Study Group zu einer klinischen Studie. Insgesamt 78 Patienten wurden auf drei Gruppen randomisiert. In der ersten Gruppe wurden die Patienten mit einer Kombination aus 800 IU/die Vitamin E plus 500 mg/die Vitamin C plus 900 mg/die Alpha-Liponsäure behandelt. In der zweiten Gruppe erhielten die Patienten dreimal täglich 400 mg Coenzym Q, in der dritten Gruppe wurden Placebos verabreicht.

Endpunkt der 16-wöchigen Studie waren die Veränderungen der Alzheimer-Parameter im Liquor. Die Ergebnisse waren negativ. Einzig unter der Kombinationstherapie kam es zu einem Abfall von F2-Isoprostan.

Für Douglas Galasko und Mitarbeiter der Universität San Diego ist dies ein möglicher Hinweis auf eine antioxidative Wirkung im Gehirn. Sie raten aber dennoch von einer Therapie ab. Als Grund nennen sie einen Abfall der Testergebnisse in der Mini-Mental State Examination (MMSE) bei den mit Multivitaminen behandelten Patienten. Die Coenzym Q-Therapie erzielte keine positive und keine negative Wirkung. Diese Therapie wollen die Forscher nicht weiter erkunden. © rme/aerzteblatt.de

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