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Medizin

Leistenhernie: Minimal-invasive Operation ist schonender

Dienstag, 20. März 2012

Rotterdam – Die minimal-invasive TEP stellt bei der Reparatur einer Leistenhernie höhere Anforderungen an den Chirurgen als eine offene Hernioplastik nach Lichtenstein. Eine höhere Komplikationsrate wurde in der bisher größten direkten Vergleichsstudie in den Archives of Surgery (2012; 147: 256-260) jedoch durch weniger postoperative Schmerzen, seltenere Sensibilitätsstörungen und eine größere Patientenzufriedenheit ausgeglichen. Die langfristige Rezidivrate hing sehr stark von der Erfahrung des Chirurgen ab.

Zwischen 2000 und 2004 haben die Chirurgen an sechs Unikliniken in den Niederlanden die Wahl der Leistenbruchoperation dem Los überlassen. Erst kurz vor der Operation erfuhren die Chirurgen per Telefon oder -fax, ob sie bei ihren Patienten eine Lichtenstein-Reparatur oder eine total extraperitoneale Hernioplastik (TEP) durchführen sollten. Beide Verfahren verwenden Kunststoffnetze. Die Lichtenstein-Reparatur ist hier die führende offene Operation, die TEP wird minimal-invasiv durchgeführt.

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Mit 660 Patienten ist die Studie von Hasan Eker von der Erasmus-Universität in Rotterdam und Mitarbeitern die bislang größte direkte Vergleichsstudie und bei einer Nachbeobachtungszeit von median 5 Jahren lässt sie auch einen langfristigen Qualitätsvergleich zu. Primärer Endpunkt waren die Schmerzen in der Leistenregion, die die Patienten an den ersten Tagen nach der Operation sowie bei der Abschlussuntersuchung nach 5 Jahren angegeben hatten.

Wie Eker berichtet, war die TEP zu allen Zeitpunkten im Vorteil. Bei der Abschlussuntersuchung klagten noch 15 Prozent über Schmerzen gegenüber 28 Prozent nach der offenen Reparatur. Auch Sensibilitätsstörungen waren mit einem Prozent versus 22 Prozent deutlich seltener. Es wundert deshalb nicht, dass die Patienten mit dem Ergebnis der TEP insgesamt zufriedener waren.

Auch Eker rät zum minimal-invasiven Verfahren, allerdings nur wenn der Chirurg in der Technik bewandert ist. Die Studie zeigt nämlich, dass die Ergebnisse sehr stark von der Erfahrung des Operateurs abhängen. Bei Level 3-Chirurgen (mehr als 25 TEP-Operationen) lag die Rezidivrate nach 5 Jahren nur bei 0,5 Prozent, bei Level 1-Chirurgen (Anfänger mit weniger als 10 Operationen) stieg sie auf 25 Prozent an. Bei den Level-3-Chirurgen war die Rezidivrate nach TEP sogar niedriger als nach einer offenen Operation (4,0 Prozent).

Ganz ohne Nachteile ist die minimal-invasive Operation indes nicht. Bei 6 Prozent kam es während der Operation zu Komplikationen (offene Operation: 2 Prozent), und bei 6,4 Prozent mussten die Operateure auf eine offene Operation wechseln. Die Operationszeit und die Kosten der TEP sind höher als bei einer offenen Operation. Die Liegedauer in der Klinik war allerdings gleich, und die Patienten waren nach der TEP nicht so lange krankgeschrieben wie nach einer offenen Operation. Die Gesamtkosten der beiden Verfahren sind nach Einschätzung von Eker gleich. © rme/aerzteblatt.de

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