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Medizin

Datenbank hilft bei Entdeckung eines Parkinson-Risikogens

Mittwoch, 21. März 2012

Berlin – Ein umfassendes, frei zugängliches Daten-Kompendium für die Parkinson-Krankheit haben Forscher des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik zusammen mit 44 Partnern aus der ganzen Welt erstellt. Durch die Zusammenführung aller verfügbaren Daten gelang es den Forschern gleichzeitig, ein neues Risikogen zu identifizieren, das bisher noch nicht mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht worden war. Die Studie ist im Open-Access-Journal PloS Genetics erschienen (10.1371/journal.pgen.1002548 ).

„Neben der Bestätigung von etwa einem Dutzend genetischer Risikogene haben wir auch eine viel größere Anzahl von Genen ausgeschlossen, die in der Vergangenheit als Parkinson-Risikogene diskutiert worden sind“, sagte Lars Bertram, Projektleiter in der Abteilung „Analyse des Vertebratengenoms“, unter dessen Leitung die Studie erstellt wurde.

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Die Zusammenführung aller existierenden Daten zu den betreffenden Genen zeigte deutlich, dass für diese kein Risikoeffekt für die Parkinson-Erkrankung nachgeweisbar ist. Derartige negative Daten seien wichtig, damit zukünftige Untersuchungen in dem Gebiet nicht auf falschen Hypothesen aufbauten. „Durch einen glücklichen Zufall haben wir bei unseren Analysen aber auch ein neues Risikogen entdeckt“, so Bertram.

Dieses neu identifizierte Gen, ITGA8 (“alpha-8 integrin”), kodiert für ein im Gehirn vorkommendes Eiweiß. Bisherige Studien haben gezeigt, dass es dort Wechselwirkungen zwischen Zellen beeinflusst und das Auswachsen von Nervenzellfortsätzen reguliert, die für den Tastsinn und die Bewegung notwendig sind. Weitere Studien sind nach Angaben der Arbeitsgruppe jetzt notwendig, um die potenziellen molekularen und biochemischen Mechanismen der Verbindung von ITGA8 mit Parkinson zu klären. © hil/aerzteblatt.de

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