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Medizin

Ibuprofen kann Höhenkrankheit vorbeugen

Mittwoch, 21. März 2012

dpa

Palo Alto/Kalifornien – Das nicht-steroidale Antiphlogistikum Ibuprofen ist ein wirksames Mittel, um einer milden Höhenkrankheit vorzubeugen. Dies zeigen die Ergebnisse einer kleinen randomisierten klinischen Studie in den Annals of Emergency Medicine (2012; doi: 10.1016/j.annemergmed.2012.01.019).

Eine akute Bergkrankheit ist häufiger, als die meisten Touristen ahnen. Bei einem Anstieg auf mehr als 2.500 Metern erkranken viele Menschen an Kopfschmerzen (dem Kardinalsymptom), die oft mit Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen oder Appetitlosigkeit verbunden sind.

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Im Placebo-Arm der randomisierten Studie, über die Grant Lipman vom Stanford University Medical Center in Palo Alto berichtet erwischte es zwei Drittel der Teilnehmer. Diese waren am Morgen von 1.240 Meter auf 3.545 Meter gefahren worden. Von dort waren sie 4,3 Kilometer zu Fuß auf 3.810 Meter angestiegen.

Eigentlich keine Überanstrengung für die 18- bis 65-jährigen gesunden Teilnehmer, doch die Höhenkrankheit ist keine Folge der körperlichen Belastung, auch wenn diese die Symptome verstärken kann. Forscher deuten die akute Bergkrankheit als erstes Symptom eines milden Ödems im Gehirn, das - wenn es ignoriert wird – zur schweren Höhenkrankheit mit Höhenlungenödem (HAPE) und Höhenhirnödem (HACE) fortschreiten kann.

Die vermutete Pathogenese mit einer vermehrten vaskulären Permeabilität legt nahe, dass nicht-steroidale Antiphlogistika eine Höhenkrankheit vorbeugen können. Die Hälfte der Teilnehmer der medizinischen Expedition hatte deshalb sechs Stunden vor dem Aufstieg und danach dreimal täglich eine Tablette Ibuprofen (600 mg) eingenommen. Die andere Hälfte hatte im doppelblinden Design, ohne dies zu ahnen, Placebos erhalten.

Wie Lipman berichtet, kam es im Placebo-Arm bei 69 Prozent zu einer leichten Höhenkrankheit (mehr als 3 Punkte im Lake Louise Questionnaire) während unter der Ibuprofen-Prophylaxe nur 43 Prozent erkrankten. Das Risiko war bei Odds Ratio 0,3 und einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,1 bis 0,8 signifikant und bei einer Number Needed to Treat von 3,9 (2 bis 33) auch klinisch relevant.

Die gute Verträglichkeit macht Ibuprofen in der Prävention zu einer attraktiven Alternative zu Acetazolamid, schreibt Lipman. Dies gilt allerdings nur für die Vorbeugung der Höhenkrankheit Klar sollte aber auch sein, dass Ibuprofen keine sichere Therapie der Höhenkrankheit ist.

Den erkrankten Teilnehmern der Studie wurde zur Behandlung Acetazolamid oder Dexamethason angeboten, bevor die Expedition abgebrochen wurde. Bei Verdacht auch eine schwere Höhenkrankheit ist immer ein rascher Abstieg und die Gabe von Sauerstoff indiziert. © rme/aerzteblatt.de

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