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Medizin

Mammographie: Positive Bilanz aus den Niederlanden

Donnerstag, 22. März 2012

dpa

Rotterdam – Das Mammographie-Screening hat in den letzten beiden Jahrzehnten zum Rückgang der Brustkrebssterblichkeit geführt, der die negativen Folgen des Screenings überwiegt und von den Erfolgen der adjuvanten Chemotherapie abgegrenzt werden kann. Diese Bilanz zogen Public-Health-Forscher aus den Niederlanden jetzt auf einer Fachkonferenz in Wien.

Die Niederlande laden seit 1989/90 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer Mammographie ein. 1998 wurde die Altersgrenze auf 75 Jahre erweitert. Das niederländische Brustkrebsscreening verfügt damit im international Vergleich mit über die längsten Erfahrungen, und mit einer Teilnahmerate von zuletzt 81,5 Prozent wird das Angebot von den angesprochenen Frauen im hohen Maße genutzt.

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Nach den von Jacques Fracheboud vom Erasmus University Medical Center, Rotterdam, auf der European Breast Cancer Conference vorgestellten Zahlen wurden in den letzten beiden Jahrzehnten bei 2,9 Millionen Frauen 13,2 Millionen Mammographien durchgeführt. Es kam zu 178.490 (1,35 Prozent) Überweisungen, 95.757 (0,72 Prozent) Biopsien, bei denen 66.562 (0,5 Prozent) Mammakarzinome entdeckt wurden.

Die Wahrscheinlichkeit eines falschpositiven Befundes in der Mammographie beträgt laut Fracheboud 6 Prozent für eine Frau, die ab dem 50. Lebensjahr alle Termine im Abstand von 2 Jahren wahrgenommen hat. Die Rate an Überdiagnosen (eines Tumors, der unbehandelt niemals zu einem Problem werden würde) beziffert Fracheboud auf 8,9 Prozent bei einem in der Mammographie entdeckten Tumor gegenüber einer Gesamtrate von 2,8 Prozent bei allen Mammakarzinomen.

Diesen Nachteilen stehe die Chance gegenüber, dass der Tumor in einem frühen Stadium mit hoher Heilungschance entdeckt wird. Laut Fracheboud ist die Brustkrebsmortalität in den Niederlanden seit Einführung der Mammographie um 31 Prozent gesunken. Etwa die Hälfte (15,7 Prozent) ist nach Modellrechnungen seiner Kollegin Rianne de Gelder auf das Screening zurückzuführen, während die andere Hälfte (13,9 Prozent) Folge der verbesserten adjuvanten Therapie ist, die die Überlebenschancen des Mammakarzinoms in den letzten Jahren ebenfalls verbessert hat. Die Einführung von zehn weiteren jährlichen Screening-Runden ab dem Alter von 40 Jahren könnte laut den Berechnungen de Gelders die Brustkrebsmortalität um weitere 5,1 Prozent senken.

Finanzielle Engpässe würde dies in den Niederlanden nicht verursachen. Die Kosten des derzeitigen Programms betrugen 2009 insgesamt 51,7 Millionen Euro oder 56,65 Euro pro Untersuchung, berichtet Fracheboud: Das seien inflationsbedingt 3 Euro 50 weniger als noch 1996.

© rme/aerzteblatt.de

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