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Medizin

Diabetes-Prävention kosteneffektiv

Freitag, 23. März 2012

Ann Arbor/Michigan – Die Diabetes-Prävention mit einer intensiven Lebensstilintervention oder der Verordnung von Metformin ist kein Fass ohne Boden. Eine ökonomische Analyse einer US-Studie in Diabetes Care (2012; 35: 723-730) ermittelte für Metformin sogar eine Kostenersparnis infolge einer geringeren Rate von ärztlichen Behandlungen und Hospitalisierungen.

Das Diabetes Prevention Program (DDP) hat vor zehn Jahren gezeigt, dass moderate Änderungen des Lebensstils einem Typ-2-Diabetes mellitus vorbeugen können. Eine Senkung des Körpergewichts um 7 Prozent plus 150 Minuten Sport in der Woche hatten bei den Teilnehmern, Prädiabetikern mit einer gestörten oralen Glukosetoleranz, die Inzidenz des Typ-2-Diabetes mellitus um nicht weniger als 58 Prozent gesenkt (NEJM 2002; 346: 393–403).

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Die Alternative, eine Einnahme von Metformin, senkte das Risiko immerhin um 31 Prozent. Die anschließende Beobachtungsstudie, Diabetes Prevention Program Outcomes Study (DDPOS), ergab, dass die Lebensstilintervention den Typ-2-Diabetes mellitus um etwa 4 Jahre hinausgeschoben hatte. Die Teilnehmer im Metformin-Arm hatten 2 Jahre gewonnen (Lancet 2009; 374: 1677-1686).

Die Kosten der Intervention waren jedoch nicht unerheblich. Wie die Gruppe um William Herman vom Michigan Center for Diabetes Translational Research in Ann Arbor berichtet, kostete die Lebensstilintervention pro Patient 4.601 US-Dollar. Im Metformin-Arm fielen 2.300 US-Dollar pro Teilnehmer an, im Placebo-Arm waren es 769 US-Dollar.

Die häufigeren Diabetes-Erkrankungen hatten im Placebo-Arm jedoch höhere Kosten durch ambulante Behandlungen oder Klinikaufenthalte zur Folge: Herman beziffert sie auf 27.468 US-Dollar im Placebo-Arm gegenüber 24.563 US-Dollar nach einer Lebensstilintervention und 25.616 US-Dollar im Metformin-Arm.

Nach zehn Jahren unterschieden sich die Gesamtkosten in den drei Interventionen kaum noch. Am niedrigsten waren sie im Metformin-Arm (27.915 US-Dollar), gefolgt vom Placebo-Arm (28.236 US-Dollar) und der Lebensstilintervention (29.164 US-Dollar). Da letztere mit der besten Lebensqualität verbunden ist und die Diabetesdiagnose am längsten hinausschieben kann, ist sie für Herman die bevorzugte Strategie. © rme/aerzteblatt.de

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