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Medizin

Antidepressiva können Blutdruck bei Schwangeren erhöhen

Montag, 26. März 2012

Quebec – Die Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) während der Schwangerschaft geht mit einem erhöhten Risiko für einen Schwangerschaftshypertonus einher. Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Anick Bérard von dem CHU Ste-Justine’s Research Center in Quebec. Sie publizierten ihre Ergebnisse im British Journal of Clinical Pharmacology (DOI:10.1111/j.1365-2125.2012.04196.x).

Schwangerschaftshypertonus geht manchmal mit einer Präeklampsie einher. Diese wiederum kann die Gesundheit der Mutter und des ungeborenen Kindes gefährden. Sie wird charakterisiert durch einen Hypertonus und eine Proteinurie. Mit dem Schweregrad der Präeklampsie steigt das Risiko für eine Frühgeburt und für Blutdruckentgleisungen der Mutter, weswegen eine engmaschige und sorgfältige Kontrolle des mütterlichen Blutdrucks und der Proteinurie vonnöten ist.

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Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie die Daten des Quebecer Schwangerschaftsregisters. Insgesamt waren dies 1.216 Frauen mit einem schwangerschaftssoziierten Hypertonus und 12.160 gesunde Kontrollpersonen. Sie entdeckten, dass das Risiko für einen Schwangerschaftshypertonus von zwei auf etwa drei Prozent anstieg, wenn die Frauen SSRI einnahmen.

Antidepressiva gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten während der Schwangerschaft. Bis zu 20 Prozent schwangerer Frauen leiden an einer Depression und zwischen vier und vierzehn Prozent der Schwangeren nehmen in regelmäßigen Abständen Antidepressiva ein, berichten die Autoren.

Die Studienergebnisse deuteten zwar darauf hin, dass die Einnahme von SSRI das Risiko für einen schwangerschaftsassoziierten Hypertonus erhöhe, man müsse jedoch immer die individuelle Krankheitsgeschichte der Frauen berücksichtigen, erklärten die Forscher. Beim Absetzen oder einer inkonsequenten Einnahme der SSRI sei mit einem erhöhten Risiko für einen Depressionsschub oder einer postpartalen Depression zu rechnen. Die Risiken müssten mit den betroffenen Frauen besprochen und abgewogen werden, schlossen die Wissenschaftler.

Insgesamt werfe die Studie jedoch einen kritischen Blick auf den Einsatz von Antidepressiva in der Schwangerschaft. © hil/aerzteblatt.de

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