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Techniker Krankenkassen informiert über gefährliche Verordnungen

Montag, 26. März 2012

Hamburg – Die Techniker-Krankenkasse (TK) will ihren Arzneimittelreport für niedergelassene Ärzte um Angaben zur sogenannten Priscus-Liste erweitern. Der Report enthält bislang eine Übersicht, die dem Arzt zeigt, welche Medikamente er den TK-Versicherten im zurückliegenden Quartal verordnet hat. Wenn der Arzt einem Patienten über 65 Jahre ein Priscus-Medikament verschrieben hat, bekommt er künftig einen entsprechenden Hinweis angezeigt.

„Mit dem neuen Service möchten wir die Ärzte in ihrem Praxisalltag unterstützen, um mit ihnen gemeinsam eine qualitativ hochwertige Arzneimitteltherapie zu gewährleisten“, sagte Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter Arzneimittel bei der TK.

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Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßte die Verwendung der Priscus-Liste als die zurzeit beste verfügbare Empfehlung, um potenziell inadäquate Medikation bei Älteren in Deutschland zu vermeiden. Sie wies allerdings darauf hin, dass bislang keine Studien existieren, die sicher belegen, dass die Beachtung der Liste Stürze, arzneimittelbedingte stationäre Aufenthalte und andere Medikamenten-Nebenwirkungen tatsächlich vermeidet. Die Anwendung der Priscus-Liste erfolge daher „unter Vorbehalt“.

Obwohl die Fachgesellschaft Aktivitäten begrüße, die sich kritisch mit dem Einsatz von Medikamenten bei Älteren beschäftigten, warnte sie davor, „durch Kriterien der Priscus-Liste eine Sanktionierung von Verschreibungen im niedergelassenen Bereich anzustreben“. Dies ist laut der DGG verfrüht und nicht gerechtfertigt.

Neben den Ärzten stellt die TK künftig auch ihren Versicherten die Informationen zur Priscus-Liste zur Verfügung. Hat ein Versicherter, der 65 Jahre oder älter ist, ein Priscus-Medikament verordnet bekommen, wird dies im Arzneimittel-Kontoauszug hervorgehoben. „Die Patienten können mit dieser Information auf ihren Arzt zugehen und mit ihm mögliche Alternativen besprechen“, so Steimle.

Die Priscus-Liste enthält 83 Arzneimittelwirkstoffe, die für Senioren eingeschränkt zu empfehlen sind. Ärzte sollten diese Medikamente deshalb nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung verordnen, denn ältere Menschen können unter Umständen empfindlicher auf diese Arzneimittel reagieren und dadurch häufiger an unerwünschten Arzneimittelwirkungen leiden. Wissenschaftler haben die Wirkstoffübersicht im Auftrag des Bun­des­for­schungs­minis­teriums erstellt.

Laut TK hat jeder vierte Versicherte der Krankenkasse über 65 Jahre 2011 mindestens ein Medikament der Priscus-Liste erhalten. © hil/aerzteblatt.de

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