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Medizin

Gen schützt vor Grippe

Montag, 26. März 2012

Hinxton/Cambridge – Das Gen IFITM3 ist von großer Bedeutung für die Abwehr der Grippe und anderer Viruskrankheiten. Ohne das Gen nimmt die bei Mäusen in der Regel harmlose Grippe einen foudroyanten Verlauf wie bei einer spanischen Grippe. Die Studie in Nature (2012; doi:10.1038/nature10921) dokumentiert außerdem, dass einige Patienten, die wegen der Schweinegrippe H1N1/09 hospitalisiert wurden, defekte Versionen von IFITM3-Gens hatten.

Das Gen IFITM3 auf dem Chromosom 11 enthält die genetische Information für das „interferon induced transmembrane protein 3“. Es ist Bestandteil der Interferon-Reaktion auf Virusinfektionen. Frühere Studien hatten IFITM3 bereits mit der Abwehr von Dengue, West-Nil-Fieber und der Influenza A in Verbindung gebracht.

Aaron Everitt vom Wellcome Trust Sanger Institute in Hinxton bei Cambridge in England und Mitarbeiter haben die Rolle des Gens jetzt erstmals systematisch untersucht. In Knockout-Mäusen schalteten sie gezielt das IFITM3-Gen aus. Die Tiere, die normalerweise nur milde an einer Grippe erkranken, entwickelten eine fulminante Influenza mit deutlichen Symptome und einem Verlust von mehr als 25 Prozent ihres Körpergewichts.

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Während die Mäuse das Virus normalerweise innerhalb von 2 Tagen aus den Lungen eliminieren, rangen die moribunden Knockout-Mäuse noch nach einer Woche mit dem Leben, obwohl die Virusinfektion auch bei ihnen auf die Lunge beschränkt blieb. Everitt schließt daraus, dass IFITM3 eine wichtige Rolle in der Immunabwehr spielt.

Die Forscher untersuchten daraufhin 53 Menschen, die 2009 wegen einer schweren Schweinegrippe hospitalisiert wurden. Bei drei Patienten fanden sie eine Mutation, die zur Bildung eines verkürzten IFITM3-Proteins führt. Diese Mutation kommt normalerweise nur bei einem von 400 Menschen, also deutlich seltener vor.

Für Everitt steht deshalb fest, dass das veränderte IFITM3-Gen eine mögliche Ursache für einen schweren Verlauf der Grippe ist. Da es allerdings nur bei wenigen Patienten gefunden wurde, dürfte es nur eine von vielen möglichen Ursachen sein.

Die Forscher dürften deshalb nach weiteren Mutationen im Interferon-Stoffwechsel suchen. Die genetische Analyse könnte eines Tages zur Diagnose einer erhöhten Anfälligkeit auf Virusinfektionen genutzt werden. Den Betroffenen könnte dann zu intensivierten Impfungen geraten werden. © rme/aerzteblatt.de

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