NewsMedizinElektive PCI auch ohne Herzchirurgie im Hintergrund sicher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Elektive PCI auch ohne Herzchirurgie im Hintergrund sicher

Montag, 26. März 2012

Baltimore – Aufgrund der geringen Komplikationsrate können perkutane koronare Interventionen (PCI) auch an Kliniken ohne herzchirurgische Abteilung durchgeführt werden. Eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (2012; doi: 10.1056/NEJMoa1114540) zeigt, dass die Ergebnisse nach einer elektiven PCI nicht schlechter sind als in Herzzentren. Die teilnehmenden Kliniken mussten jedoch strenge Auflagen erfüllen.

An der Cardiovascular Patient Outcomes Research Team Elective Angioplasty Study (C-PORT-E) hatten sich 60 US-Kliniken ohne herzchirurgische Abteilung beteiligt. Bei ihnen wäre im Fall einer Komplikation der PCI keine sofortige Operation möglich. Die Patienten müssten in das nächste Herzzentrum transportiert werden.

Anzeige

Um in diesem Notfall für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, mussten die Kliniken einen Behandlungsvertrag mit einem Herzzentrum abgeschlossen haben, und sie mussten sicherstellen, dass die Patienten innerhalb von 30 Minuten mit einem Linksherzunterstützungssystem (intra-aortale Ballonpumpe) versorgt und rasch ins Zentrum transportiert werden können. Schließlich verlangte das Studienprotokoll, dass die Kliniken eine Behandlungskapazität von 200 PCI pro Jahr vorhalten.

Unter diesen Umständen erwiesen sich die kommunalen Krankenhäuser den Herzkliniken als gleichwertig. Wie Thomas Aversano von der Johns Hopkins Universität in Baltimore jetzt auf der Jahrestagung des American College of Cardiology in Chicago erklärte, trat der erste primäre Endpunkt, die Gesamtsterblichkeit nach 6 Wochen, in den Kliniken ohne Herzchirurgie mit 0,9 Prozent sogar tendenziell seltener auf als in den Herzzentren mit 1,0 Prozent. Selbst bei der hohen Teilnehmerzahl von 18.867 Patienten war der Unterschied nicht signifikant. Das Nicht-Inferioritäts-Kriterium war erfüllt.

Beides traf auch auf den zweiten primären Endpunkt zu, einen Composite aus Tod, Q-Wellen-Herzinfarkt oder einer Revaskularisierung in der Zielkoronarie. Er wurde in den Kliniken ohne Herzchirurgie bei 12,1 Prozent und in den Herzzentren bei 11,2 Prozent der Patienten registriert. Einen Unterschied gab es lediglich in der Rate der Revaskularisierungen im Zielgefäß. Sie waren nach der elektiven PCI in den Kliniken ohne Herzchirurgie etwas häufiger als in den Herzzentren (6,5 vs. 5,4 Prozent). Aversano vermutet, dass Kardiologen im Wissen um das Fehlen eines herzchirurgischen Hintergrunds etwas vorsichtiger agieren und deshalb in diesem Punkt etwas schlechtere Ergebnisse erzielen.

Die Studie unterstützt eine Empfehlung des American College of Cardiology und der American Heart Association, die sich kürzlich in Leitlinien dafür aussprachen, elektive PCI auch in Kliniken ohne Herzchirurgie durchzuführen. Dort ist die „Notfall-“PCI im akuten Herzinfarkt bereits seit längerem verbreitet. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER