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Politik

Marburger Magistrat will Klinikum-Privati­sierung rückgängig machen

Dienstag, 27. März 2012

Marburg – Der Marburger Magistrat setzt sich dafür ein, die Privatisierung des Universitätsklinikums Gießen/Marburg rückgängig zu machen. Die Landesregierung habe die Privatisierung offensiv vorangetrieben und umgesetzt, sagte Oberbürger­meister Egon Vaupel (SPD) am Dienstag. Daraus ergebe sich die Pflicht, den Erhalt der Klinik abzusichern - wenn nötig, auch durch eine Rückabwicklung. Kostensenkungen von bis zu zehn Millionen Euro und die angekündigten Einsparungen beim Personal gefährdeten die Universitätsmedizin.

„Ich weiß, dass die Forderung schwer zu realisieren ist“, betonte Vaupel. Aber die Zukunft des Klinikums sei für die Stadt von so großer Bedeutung, dass er als Oberbürgermeister gar nicht anders könne, als die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen.

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Landesregierung verteidigt Privatisierung
„Die Privatisierung war und ist ein Erfolgsmodell“, entgegnete FDP-Fraktionschef Florian Rentsch. Die wieder entfachte Debatte leide an einem Mangel an intellektueller Redlichkeit und an einem Übermaß parteipolitischer Instrumentalisierung, kritisierte auch CDU-Fraktionschef Christan Wagner. Die Privati­sierung sei richtig gewesen und habe die Kliniken Gießen und Marburg gerettet.

Rentsch verwies darauf, dass es aus Sicht der FDP rein rechtlich keine Rückabwicklung geben könne und werde. Das wisse der Oberbürgermeister auch. „Die bestehenden Differenzen werden die beiden Mediatoren Wolfgang Gerhardt und Friedrich Bohl sorgfältig abarbeiten“, betonte Rentsch.

Gute Mediziner sind mehr als Kostenfaktor
Vaupel warnte davor, hoch qualifizierte Mitarbeiter nur als Kostenfaktor zu betrachten und möglichst schnell reduzieren zu wollen. Das zeige, wie weit der Klinikbetreiber Rhön davon entfernt sei, erfolgreich Medizin betreiben zu lassen. Wagner entgegnete, es sei unbestritten, dass privatisierte Krankenhäuser eine mindestens genauso gute Patientenversorgung leisteten wie solche in öffentlicher Hand.

„An die Adresse der Rhön-Klinikum AG muss aber auch deutlich gesagt werden, dass sich die Wirtschaftlichkeit eines Universitätsklinikums möglicherweise anders darstellt als die eines Krankenhauses der Normalversorgung.“ © dapd/aerzteblatt.de

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