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Techniker Krankenkasse kritisiert überflüssige Rücken-OPs

Mittwoch, 28. März 2012

Hamburg – 85 Prozent der operativen Eingriffe bei Patienten mit Rücken­beschwerden sind überflüssig. Das behauptet die Techniker Krankenkasse. Nach Auswertungen eigener Versicherten­daten erfolgten bei den TK-Versicherten im Jahr 2006 über 10.600 Wirbelsäulenoperationen. 2011 waren es schon rund 19.000 Eingriffe.

Bereinigt um den Zuwachs der Versicherten sei die Anzahl der operativen Eingriffe in diesem Zeitraum damit um 25 Prozent gestiegen. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der TK bestätige diesen Trend. Demnach wurde jedem zehnten Rückenschmerz­patienten von seinem Arzt empfohlen, „sich unters Messer zu legen“, so die Kasse. In der Gruppe der Patienten mit chronischen Schmerzen galt diese Empfehlung jedem Sechsten.

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„Dabei sind 85 Prozent der verordneten Eingriffe unnötig“, sagte Frank Herrmann von der TK. Das hätten erste Auswertungen des TK-Angebots „Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen“ ergeben. Im Rahmen dieses Projektes können sich TK-Versicherte vor einer Rückenoperation unentgeltlich eine professionelle Zweit­meinung holen.

In einem von 30 bundesweit eingerichteten Schmerzzentren untersucht dabei ein Experten­team aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten den Patienten erneut und empfiehlt gegebenenfalls eine Alternativtherapie. In knapp zwei Jahren haben mehr als 500 Patienten dieses Angebot genutzt. Bei mehr als 420 von ihnen konnten die Experten Alternativen zur Operation empfehlen, zum Beispiel Physio-oder Schmerztherapie. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #649466
bepainfree.de
am Mittwoch, 25. April 2012, 02:01

Nicht immer trägt der Patient eine Mitschuld

Ich war lange Zeit selbst in Selbsthilfegruppen aktiv und auch als Leiter tätig.
Manchmal stellt man Patienten vor die Wahl, mit total irreführenden Angaben und Versprechungen zu Risiken und Heilungschancen. Fakt ist doch, dass in Deutschland immer noch viel zu viele Bandscheiben OP´s durchgeführt werden, viele mit zweifelhaften Ergebnissen. Die Ärzte verschweigen gerne Details zu Komplikationen, dass unter Umständen die Schmerzen zunehmen könnten, dass es zu bleibenden Nervenschäden kommen kann während der OP. Oder dass die spätere Bildung von Narbengewebe erneut eine OP nötig machen würde.
Viele Verfahren sind zwar schon lange in der Anwendung, gelten aber im Ausland schon seit Jahren als Überholt. Den Patienten werden falsche Hoffnungen gemacht und man argumentiert vor dem Patienten damit dass es erheblich einfach wäre, als ein langwieriger Prozess (Schmerztherapie, Reha Maßnahmen, Sport etc.). Man wäre innerhalb kürzester Zeit wieder voll da. Der Mensch ist nun mal bequem und wählt den Weg für sich der ihm am schmackhaftesten gemacht wurde. Was letztlich dabei dann rauskommt, nach vielen weiteren OP´s womöglich interessiert den der mal damit angefangen hat überhaupt nicht mehr,
Das ist immer noch zu schnell und zu leicht verdientes Geld - als dass man damit in nächster Zeit einmal aufhören wird. Neuere Methoden brauchen Zeit und sind in Deutschland einem langen Prozess unterworfen, bis sie letztlich auch zur praktischen Anwendungen am Patienten kommt. Ob dann die Kassen, diese neue OP-Methode wirklich auch bezahlt sei dahingestellt.

Der Patient sollte nicht unter Druck gesetzt werden, von Ärzten die kein Interesse am Wohl des Patienten haben, deren Interesse allein darin besteht die Kassen der Klinik zu füllen. Es sollten über kurz oder lang alle OP-Methoden überprüft werden, ob sie im Verhältnis zu den Kosten und den Komplikationen stehen.

Schon vor Jahren ist mir ein Artikel begegnet der besagte dass in Deutschland 7x häufiger am Rücken operiert wird als in den anderen nördlichen Ländern Europas (Schweden, Norwegen). Das sollte uns doch zu denken geben.
Ob man nicht vor einer OP alle konventionellen Mittel ausschöpft, damit der Patient nicht später mit einer kaputtoperierten Wirbelsäule noch kostenintensiver ist als es vorher der Fall war.
Ausnahme gibt es natürlich dennoch (das wären dann die 15%), wo Ausfallerscheinungen (wie der Kontrollverlust von Blase/Darm) oder Lähmungserscheinungen – dort muss einfach operiert werden und zwar schnell. Sonst ist es auch zu spät. Letztlich landet der Patient immer wieder in der Schmerztherapie.
Avatar #98583
Emmert
am Samstag, 31. März 2012, 12:57

Dr. Emmert

Solange Wirbelsäulen-OP (z.B. wallis-Prothese etc.) so gut bezahlt werden und die Krankenhäuser ihre Ärzte über Bonus- und Malusregelungen unter Druck setzen, OPs zu verkaufen, wird sich nichts ändern. Man fragt sich, wieso es eine Nationale Richtlinie Rückenschmwerzen gibt, die eh die wenigtsen kennen oder beachten. Schuld ist auch der Patient, der anstatt selbst daran arbeiten zu müssen, schnelle Wunder erwartet, die dann auch versprcohen werden.
LNS

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