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Medizin

Reisemedizin: Malaria bei älteren Touristen häufiger tödlich

Mittwoch, 28. März 2012

London – Die Malaria ist insgesamt eine seltene reiseassoziierte Infektionskrankheit mit einer niedrigen Mortalität. Für ältere Touristen kann sie aber, besonders auf Winterreisen ins südliche Afrika, zu einem tödlichen Risiko werden, vor allem wenn eine frühzeitige Diagnose verpasst wird. Dies zeigt eine Auswertung im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e2116).

Während weltweit jedes Jahr 250 Millionen Menschen an einer Malaria erkranken und 800.000 daran sterben, sind importierte Infektionen relativ selten. Dem Robert-Koch-Institut wurden 2009 insgesamt 523 Erkrankungen gemeldet, von denen 3 tödlich endeten. In Großbritannien, das aufgrund seiner Vergangenheit als Kolonialmacht engere Verbindungen zu den Endemieländern in Afrika hat, erkranken deutlich mehr Menschen. Zwischen 1987 und 2006 wurden dem dortigen Malaria Reference Laboratory 25.054 Erkrankungen gemeldet, von denen 184 tödlich endeten.

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Anders als in den Entwicklungsländern, wo die meisten Todesfälle im Säuglingsalter auftreten, sind unter den Touristen vor allem ältere Menschen bedroht, wie Anna Checkley vom der London School of Hygiene & Tropical Medicine berichtet. Bei den über 65-Jährigen beträgt die Sterberate 4,6 Prozent. Sie liegt damit zehnmal höher als bei jungen Erwachsenen. Bei Kindern unter 5 Jahren hat es dagegen keinen einzigen Todesfall gegeben.

Erhöht ist die Sterberate auch bei den eigentlichen Touristen (3,0 Prozent) gegenüber den Reisenden, die Freunde und Verwandte in ihrer früheren Heimat besuchen (0,4 Prozent). Checkley führte die niedrige Sterberate der gebürtigen Afrikaner nicht nur auf genetische Faktoren oder eine während der Kindheit im Heimatland erworbene lebenslange Immunität zurück. Es könne auch sein, dass die Reisenden sich der Gefahr bewusst sind und deshalb im Fall einer fiebrigen Erkrankung schneller einen Arzt aufsuchen.

Am ahnungslosesten sind möglicherweise die Wintertouristen, die für kurze Zeit die südliche Sonne genießen wollen, dabei aber weder an die Möglichkeit einer Infektion denken, noch eine Chemoprophylaxe für notwendig erachten und nach der Rückkehr auch nicht gleich einen Arzt aufsuchen, wenn sie vom Wechselfieber erfasst werden. Ein bei den Briten beliebtes Urlaubsziel ist Gambia.

Die Sterberate einer hier von Touristen erworbenen Malaria beträgt 6,0 Prozent. Sie kann weiter ansteigen, wenn die Touristen in einer ländlichen Region Großbritanniens zuhause sind, wo die Ärzte die Malaria selten sehen und deshalb bei ihren älteren Patienten oft erst zu spät reagieren. © rme/aerzteblatt.de

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