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Medizin

Neuer Angriffspunkt für Krebsmedikamente

Donnerstag, 29. März 2012

Würzburg – Eine Schwachstelle bei Krebszellen, die sich als viel versprechender Angriffspunkt für neuartige Medikamente anbietet, haben Wissenschaftler der Universität Würzburg entdeckt. Die Arbeit eines internationalen Teams um Martin Eilers und Daniel Murphy vom Biozentrum der Universität Würzburg ist gestern in Nature erschienen (doi:10.1038/nature10927).

Wie alle anderen Körperzellen, gewinnen Krebszellen aus der Nahrung die notwendige Energie, um ihren Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig aber verwenden sie einen großen Teil ihrer Nahrung, um daraus neue Zellbausteine aufzubauen, sich zu teilen und zu vermehren.

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Weil Nahrung immer nur begrenzt vorhanden ist, arbeitet in Zellen eine Art „Wächter“, der darauf achtet, dass für beide Aufgaben immer genügend Ressourcen verwendet werden, und der das Wachstum begrenzt, wenn der Zelle nicht ausreichend Energie für normale Stoffwechselvorgänge zur Verfügung steht.

„Wenn die Krebszelle keine Rückmeldung mehr darüber erhält, dass ihr Energiehaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist, verschwendet sie ihre gesamten Ressourcen aus der Nahrung darauf, zu wachsen und sich zu teilen“, erklärt Martin Eilers, Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie und Molekularbiologie in Würzburg. Die Zelle verausgabt sich dabei so sehr, dass ihr am Ende keine Energie für die normalen Stoffwechselvorgänge in ihrem Inneren mehr bleibt. Tatsächlich stirbt die Krebszelle ohne den Warnruf des Wächters, wie die Forscher zeigen konnten.

Auf den „Wächter“ waren die Forscher durch Zufall gestoßen. In großen Reihen­unter­suchungen hatten sie gezielt Kinasen in Krebszellen abgeschaltet und dann die Folgen kontrolliert. Im Fall der ARK5-Kinase hatten sie Erfolg. „Diese Kinase eignet sich als Angriffspunkt für potenzielle neue Medikamente“, sagt Daniel  Murphy, Gruppenleiter am Lehrstuhl für Physiologische Chemie II. In sämtlichen Experimenten hätten sich Krebszellen an dieser Stelle als verwundbar gezeigt.

Zur Überraschung der Wissenschaftler hat sich in den Versuchen auch gezeigt, dass normale Zellen von einer Blockade der Kinase weitgehend unberührt bleiben. © hil/aerzteblatt.de

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