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Politik

Verbraucherzentrale fordert Reform der privaten Kran­ken­ver­siche­rung

Donnerstag, 29. März 2012

dpa

Berlin – Die Beiträge einiger privater Krankenversicherer haben sich zum Jahreswechsel teilweise massiv erhöht. Daran erinnerte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag in Berlin, und forderte eine grundlegende Reform der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV). Bundesweit seien seit Jahresbeginn mehr als 140 Beschwerden über Tariferhöhungen innerhalb der PKV bei den Verbraucherzentralen eingegangen.

„Es gibt eine eklatante Zahl von Fällen, wo es Beitragserhöhungen von mehr als 30 Prozent von einem Jahr zu nächsten gegeben hat“, erklärte Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Zusätzlich würde es den Versicherten sehr schwer gemacht, in einen günstigeren Tarif zu wechseln.

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Bei den eingegangenen Fällen wurde die Versicherungsprämie durchschnittlich um 23,9 Prozent erhöht, in einzelnen Fällen sogar um mehr als 60 Prozent. Davon waren, so der vzbz, vor allem Bestandskunden betroffen. „Trotz Altersrückstellungen müssen langjährig Versicherte mit drastischen Beitragserhöhungen rechnen“, betonte Billen. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif war nur bei vier der 144 untersuchten Fälle problemlos möglich.

Auch wenn die Auswertung der Beschwerden aufgrund der geringen Stichprobe nicht repräsentativ sei, zeige sie einen grundlegenden Reformbedarf der PKV, betonte Billen. Der vzbv fordert deshalb den Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter auf, in einer Studie mit breiterer Datenbasis die Probleme der PKV zu untersuchen. Kurzfristig muss nach Ansicht des Verbands das Recht auf Tarifwechsel verbrauchergerechter gestaltet werden, so dass bei Beitragserhöhungen Versicherte auch ohne Gesundheitsprüfung in einen günstigeren Tarif wechseln könnten.

Darüber hinaus ist nach Meinung des vzbv eine weitreichende Umgestaltung der PKV notwendig: „Es muss einen Sozialausgleich bei der Prämienberechnung geben“, forderte Billen. „Es kann nicht sein, dass Personen, die in einer kränkeren oder älteren Gruppe sind, überfordert werden.“

Deshalb solle das Einkommen des Versicherten bei der Kalkulation der Prämien berücksichtigt werden. Außerdem kritisierte der vzbv, dass private Krankenversicherer für gleiche Leistungen in der Gesundheitsversorgung mehr zahlen müssten als die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). „Hier brauchen wir eine Kostendämpfung“, so der vzbv-Vorstand. Leistungen, die die GKV erstatten würde, sollten von den privaten Krankenversicherern auf gleichem Niveau honoriert werden.

Der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) wehrt sich gegen die Vorwürfe des vzbv: „Dass die Verbraucherzentrale aus bundesweit 144 Beschwerden bei insgesamt neun Millionen Privatvollversicherten allen Ernstes Schlussfolgerungen über angebliche Systemfehler der PKV ziehen will, ist schlicht unseriös“, stellt der Verband in einer Pressemitteilung klar.

Unabhängigen Untersuchungen zufolge seien die Beiträge durchschnittlich nur um circa zwei Prozent gestiegen. Auch habe jeder Versicherte das Recht, in einen preiswerteren Tarif oder sogar in den brancheneinheitlichen Standardtarif mit deutlich geringeren Beiträgen zu wechseln. © mei/aerzteblatt.de

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Avatar #104249
Senbuddy
am Montag, 2. April 2012, 08:24

Getöse der Verbraucherzentralen

Die Zahl der Beschwerden bei der BAFin über PKVen sind seit Jahren leicht rückläufig (2009:1.757 - 2010:1.709 - 2011:1.659 - Quelle: BAFin).

Die oben genannte Veröffentlichung soll also eine gezielte Verunsicherung Wechselwilliger in Richtung PKV sein. Das sind zur Zeit ca. 40 % mehr als in Richtung GKV (und letztere wechseln oft auch nur zur GKV, weil sie wieder gesetzlich müssen...).

Das erklärt aber den "Hype" in den Veröffentlichungen von Verbraucherzentralen und GKVen, die PKV-Branche als möglichst "kaputt" darzustellen. Man wendet sich damit gegen einen ungewünschten Trend.

Nur: Die Verbraucherzentralen entfernen sich mit solchen Falschmeldungen natürlich immer weiter von ihrem eigentlichen Auftrag.

Verbraucherzentralen leben von (vielen) öffentlichen Geldern und von (hohen) Gebühren. Ein Beispiel für letzteres: Eine telefonische Anlageberatung - was per se schon ein Unding ist - kostet bis zu € 2,- pro Minute. Da sind sogar Erotikhotlines vergleichsweise billig.

Sowohl die öffentlichen Gelder wie auch die Gebühren sollte man zwangskürzen. Dann würde so ein unsinniges Getöse vielleicht weniger werden.

Viele Grüße
S.
LNS

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