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Medizin

Psoriasis: Antikörper beseitigen Plaques

Donnerstag, 29. März 2012

Waterloo/St. Louis – Missouri. Zwei neue Antikörper, die das Zytokin Interleukin 17 in Körper ausschalten, haben in Phase-II-Studien eine bemerkenswerte Wirkung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis erzielt. Die langfristige Sicherheit der Wirkstoffe lässt sich nach 12 Wochen Nachbeobachtung in den Publikationen im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1181-1189 und 2012; 366: 1181-1189) allerdings noch nicht beurteilen.

Das 1993 entdeckte Interleukin 17 ist für die Rekrutierung von neutrophilen Granulozyten für die Infektabwehr zuständig. Es wird von CD4-positiven T-Zellen unter anderem in der Haut gebildet. Zusammen mit Interleukin-22 kann es in der gesunden Haut eine psoriasis-ähnliche Hautreaktion auslösen.

Antikörper, die Interleukin 17 ausschalten, versprechen deshalb eine Wirkung bei dieser häufigen Dermatose, die nicht immer auf die zahlreichen topischen Therapien anspricht und auch unter systemischer Therapie nicht ausheilt. Die Hersteller Eli Lilli und Amgen haben mit Ixekizumab und Brodalumab zwei aussichtsreiche monoklonale Antikörper entwickelt. Ixekizumab neutralisiert das Interleukin 17A, Brodalumab blockiert seinen Rezeptor.

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Zu beiden Wirkstoffe liegen jetzt die Ergebnisse der Dosis-Findungsstudien an 142 Patienten (Ixekizumab) und 192 Patienten (Brodalumab) vor. Der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) betrug mindestens 12 (von 72 möglichen) Punkten, und es waren mehr als 10 Prozent der Hautoberfläche erkrankt, was als mittelschwere bis schwere Psoriasis eingestuft wurde. Beide Antikörper wurden insgesamt sechs Mal subkutan appliziert. Endpunkt war die Verbesserung des PASI nach 12 Wochen.

Wie Craig Leonardi von der Saint Louis University School of Medicine und Mitarbeiter berichten, reduzierte Ixekizumab bei bis zu 82,8 Prozent der Patienten den PASI der Patienten um wenigstens 75 Prozent (Placebo 7,7, Prozent), bei 71,4 Prozent ging der PASI um wenigstens 90 Prozent zurück (Placebo 0 Prozent), und bei 39,3 Prozent kam es sogar zu einer 100-prozentigen Abheilung (Placebo 0 Prozent). In der anderen Studie erzielte Brodalumab bei 77 Prozent der Patienten eine Reduktion des PASI um wenigsten 75 Prozent und bei 72 Prozent um wenigstens 90 Prozent (Placebo jeweils 0 Prozent), wie Kim Papp von Probity Medical Research in Waterloo/Ontario und Mitarbeiter mitteilen.

Beide Antikörper erwiesen sich damit als äußerst effektive Antipsoriatika, die von den meisten Patienten auch gut vertragen wurden. Nur wenige Patienten brachen die Therapie ab. Dennoch ist eine 12-wöchige Nachbeobachtung natürlich viel zu kurz, um die Sicherheit der Wirkstoffe zu beurteilen, gibt Ari Waisman von der Universität Mainz in Editorial zu bedenken.

Der Experte warnte, dass beide Wirkstoffe ein Zytokin ausschalten, das für die Infektabwehr von zentraler Bedeutung ist. Es bleibt deshalb den Zulassungsstudien überlassen, die Sicherheit zu prüfen. In der klinischen Praxis muss sich zeigen, ob die beiden Antikörper Vorteile gegenüber den bereits zugelassenen TNF-Blocker Adalimumab, Infliximab und Etanercept sowie Ustekinumab hat, das als Antikörper die Interleukine 12 und 23 ausschaltet. © rme/aerzteblatt.de

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