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Medizin

Typ-2-Diabetes mellitus: Gesunder Lebensstil erhält Mobilität

Freitag, 30. März 2012

Winston-Salem – Eine Gewichtsreduktion und regelmäßiger Sport können Typ-2-Diabetikern im Alter die Unabhängigkeit erhalten. Die Lebensstilintervention halbierte in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1209-1217) die Zahl der Patienten, die innerhalb von 4 Jahren ihre Mobilität einbüßten.

Seit 2001 vergleicht die Look AHEAD-Studie (für: Action for Health in Diabetes) die Auswirkungen einer intensiven Lebensstilintervention auf das Fortschreiten des Typ-2-Diabetes mellitus. 5.145 übergewichtige oder fettleibige Diabetiker waren auf zwei Gruppen randomisiert worden.

Eine Gruppe wurde auf eine Diät gesetzt, mit dem Ziel das Körpergewicht um 7 Prozent zu reduzieren. Außerdem wurden den Teilnehmern mindestens 175 Minuten Sport in der Woche verordnet. Die andere Hälfte erhielt lediglich eine Schulung zur Lebensführung, die erfahrungsgemäß wenig fruchtet.

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Auch im Interventionsarm erreichten die Diabetiker die vorgegebenen Ziele nicht ganz. Die Gewichtsreduktion betrug über die vier Jahre der Studie nur 6,2 Prozent, die Ergometer-Fitness verbesserte sich nur um 12,7 Prozent. Dennoch zeigte die Intervention Wirkung.

In einer früheren Publikation hatte die Look AHEAD Research Group bereits zeigen können, dass die Lebensstilintervention HbA1c-Wert (um 0,36 Prozentpunkte), Blutdruck (minus 5,33/2,92 mmHg), HDL-Cholesterin (plus 3,67 mg/dl) und Triglyzeride (minus 25,56 mg/dl) bessert (Archives of Internal Medicine 2010; 170: 1566-1575).

Jetzt berichten W. Jack Rejeski von der Universität von North Carolina in Winston-Salem, dass die Patienten dank der Lebensstilintervention länger ihre Mobilität erhalten können. Während in der Kontrollgruppe am Ende der vierjährigen Studie 26,2 Prozent eine deutliche Einschränkung der Mobilität beklagten, waren es in der Kontrollgruppe nur 20,6 Prozent. Gleichzeitig hatten in der Interventionsgruppe 38,5 Prozent den höchsten Mobilitätsgrad gegenüber 31,9 Prozent in der Kontrollgruppe.

Der höchste Mobilitätsgrad bedeutet, dass die Diabetiker noch einen Häuserblock zu Fuß zurücklegen, eine Etage Treppen steigen, eine Meile spazierengehen und den Oberkörper beugen können. Einige waren auch in der Lage noch mittelschwere körperliche Arbeit zu verrichten. Diabetiker mit deutlicher Einschränkung der Mobilität waren in der Regel zu diesen Aktivität nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in der Lage.

Zusammenfassend stellt Rejeski fest, dass die Lebensstilintervention die Einschränkungen der Mobilität um 48 Prozent reduzierte (Odds Ratio 0,52; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,44-0,63). Weitere Analysen ergaben, dass beide Bestandteile der Intervention, also Training und Diät, einen Beitrag zum Mobilitätserhaltung leisten.

Einzige Nebenwirkung war einer höhere Rate von Muskelverspannungen und -zerrungen, die 18,6 Prozent der Teilnehmer der Interventions- und 15,7 Prozent in der Kontrollgruppe angaben. Die Problem war allerdings nur auf das erste Jahr der Intervention beschränkt.

© rme/aerzteblatt.de

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