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IQWiG: Medikamente können Alzheimer Demenz positiv beeinflussen

Montag, 2. April 2012

Köln – Die Medikamente Galantamin und Rivastigmin-Pflaster können einen positiven Einfluss auf die Kognition von Patienten mit Alzheimer Demenz haben. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor. Allerdings gibt es laut IQWiG bei beiden Arzneistoffen auch Belege für eine schädigende Wirkung.

Dem Institut zufolge gibt es bei Galantamin Belege, bei Rivastigmin-Pflaster lediglich Hinweise, dass die Arzneistoffe den Abbau kognitiver Fähigkeiten leicht verzögern können. Bei beiden liefern dieselben Studien aber auch Belege für einen möglichen Schaden, vor allem in Form von häufiger auftretender Übelkeit und Erbrechen sowie von Hautirritationen bei Rivastigmin-Pflaster. Für wichtige andere Therapieaspekte wie etwa die Lebensqualität der Patienten oder die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege gibt es laut IQWiG derzeit keine Daten.

Was Fähigkeiten den Alltag zu bewältigen und begleitende psychopathologische Symptome wie etwa Unruhe oder depressive Verstimmung betrifft, stellten die Wissenschaftler zwar Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen fest, konnten diese jedoch nicht als Beleg oder Hinweis für einen Nutzen werten.

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„Diese Unterschiede waren so klein, dass zweifelhaft ist, ob Betroffene oder Angehörige sie überhaupt als Vorteil wahrnehmen können“, heißt es dazu in dem Bericht. Die Auswertung zeige aber, dass Galantamin bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer Demenz zumindest bei einer höheren Dosis die Denk- und Merkfähigkeit positiv beeinflussen könne.

Für den Nutzenvon Rivastigmin-Pflaster, das seit 2007 in Deutschland zugelassen ist, fand das Institut in den Studien keine Belege – und zwar weder für die kognitiven noch für die alltagspraktischen Fähigkeiten. „Im Vergleich zu einem Scheinmedikament zeigten sich lediglich in der höheren Dosierung Unterschiede in Hinblick auf die Kognition“, so die Wissenschaftler. Bei Patienten unter 75 Jahren wertet das IQWiG diese als einen Hinweis, bei den über 75-Jährigen als einen Anhaltspunkt für einen Nutzen. Für einen Beleg seien die beobachteten Ergebnisse nicht robust genug, so das IQWiG. hil

© hil/aerzteblatt.de

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