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Medizin

Geburtshilfe: US-Amerikanerinnen heute länger in den Wehen

Montag, 2. April 2012

dpa

Rockville – Schwangere US-Amerikanerinnen liegen heute zwei Stunden länger in den Wehen als noch vor 50 Jahren. Dies berichten US-Epidemiologen im American Journal of Obstetrics and Gynecology (2012; doi:10.1016/j.ajog.2012.03.003). Als Ursache werden verschiedene Faktoren der Geburtshilfe und die veränderten Patienteneigenschaften diskutiert.

Die Verlängerung betrifft einzig die erste Phase der Geburt. Für die Zeit von den ersten Eröffnungswehen bis zur Austreibungsphase benötigen Erstgebärende (Nullipara) heute 2,6 Stunden länger als vor 50 Jahren. Bei Multipara, für die es nicht die erste Geburt ist, dauert die erste Phase der Geburt heute 2 Stunden länger als in den 60er Jahren.

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Dies hat Katherine Laughon vom National Institute of Child Health and Human Development in Rockville im US-Staat Maryland herausgefunden. Die Epidemiologin hat die Daten von fast 40.000 Entbindungen der Jahre 1959 bis 1966 mit fast 100.000 Entbindungen im Zeitraum zwischen 2002 und 2008 verglichen.

Ein weiterer Unterschied ist der um 5 Tage frühere Geburtstermin, den laut Laughon aber nicht allein auf die Ungeduld von Geburtshelfer oder Schwangeren zurückzuführen ist. Auch das höhere Alter der Gebärenden (26,8 versus 24,1 Jahre) und ihr höherer Body-Mass-Index (24,9 statt 23) könnten eine Rolle spielen. Beides sind bekannte Ursachen für einen früheren Geburtstermin.

Die gesamte Verzögerung erklären sie nach Einschätzung von Laughon jedoch nicht. Ein weiterer Faktor könnte der häufigere Einsatz der Periduralanästhesie (55 versus 4 Prozent) sein, während die häufige Gabe von Oxytocin (31 versus 12 Prozent) zur Einleitung der Wehen die Geburt eher verkürzen sollte. 

Auch in anderen Bereichen hat sich die Geburtshilfe in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Während die Episiotomie sowie instrumentelle vaginale Entbindungen mit Zange oder Saugglocke früher häufiger zum Einsatz kamen, entscheiden sich die Geburtshelfer heute eher für einen Kaiserschnitt (12 versus 3 Prozent), wenn die Wehentätigkeit über längere Zeit pausiert. © rme/aerzteblatt.de

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