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Ärzteschaft

Neuer Arzneimittel-Check für Praxen in Nordrhein

Dienstag, 3. April 2012

Düsseldorf – Einen neuen Arzneimittel-Check haben die AOK Rheinland/Hamburg und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein im Rahmen ihres aktualisierten Hausarztvertrags konzipiert. Laut KV und AOK haben die teilnehmenden Ärzte damit erstmals die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Gesamtmedikation ihrer Patienten zu verschaffen.

„Der Alltag zeigt, dass Ärzte nicht immer wissen, welche Medikamente ein Patient auf eigene Faust einnimmt oder von anderen Ärzten verschrieben bekommt“, sagt der Vorstandsvorsitzende der KV, Peter Potthoff. Der Arzneimittelcheck soll für mehr Transparenz sorgen und die Qualität bei der Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln verbessern.

Die Vorauswahl der Patienten, für die ein Arzneimittelcheck infrage kommt, erfolgt über die AOK Rheinland/Hamburg. „Wir stellen dem Hausarzt im ersten Schritt eine grobe Übersicht mit Verordnungsdaten für ausgewählte Patienten zur Verfügung“, erläutert Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

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Im Fokus stünden dabei zunächst ältere Patienten, die viele verschiedene Wirkstoffe als Dauermedikation erhielten sowie sogenannte Priscus-Arzneimittel einnehmen – also potenziell inadäquate Medikamente für ältere Menschen. Ein weiteres Kriterium seien mögliche Interaktionsrisiken bei zeitgleicher Verordnung bestimmter Wirkstoffpaare, welche die AOK Rheinland/Hamburg zusammen mit dem Institut für klinische Pharmazie der Universität Bonn definiert hat.

Hält der Arzt einen Arzneimittelcheck für sinnvoll, erklärt er dem betreffenden Patienten die Hintergründe und holt dessen Zustimmung ein. Der Arzt erhält von der AOK dann eine detaillierte Darstellung der Medikation der vergangenen vier Quartale inklusive der einzelnen Verordnungen der an der Behandlung beteiligten Ärzte.

Außerdem ist eine Übersicht der von allen behandelnden Ärzten erstellten gesicherten Diagnosen enthalten, die der AOK zum Auswertungszeitpunkt zur Verfügung standen. Um die Übersicht zu vervollständigen, erfragt und dokumentiert der koordinierende Hausarzt die Eigenmedikation des Patienten. Danach analysiert und bewertet er die Übersicht der Gesamtverordnungen, erarbeitet gegebenenfalls einen neuen Medikationsplan und koordiniert dessen Umsetzung.

Die Vergütung für den Arzneimittelcheck beträgt 80 Euro. Muss der Arzt mehr als vier Stunden aufwenden und sich mit beteiligten fachärztlichen Kollegen abstimmen, werden 160 Euro vergütet. © hil/aerzteblatt.de

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