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Politik

Unionspolitiker wollen seelische Gesundheit von Arbeitnehmern stärken

Dienstag, 3. April 2012

Berlin – Die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion im Bundestag will die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern. „Deutschland ist beim Arbeitsschutz top. Doch um die seelische Gesundheit der Arbeitnehmer kümmert sich fast niemand. Da müssen wir neue Akzente setzen“, forderte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe, Peter Weiß, heute in Berlin. Große Unternehmen begännen gerade damit, sich diesem Thema zu widmen, indem sie zum Beispiel einen eigenen Beratungsdienst für psychische Erkrankungen in ihren Betrieben einrichteten.

„Berufsgenossenschaften kontrollieren die Arbeitsbedingungen in Unternehmen sehr genau, um die somatische Gesundheit der Arbeitnehmer zu erhalten – bei psychischen jedoch nicht“, befand der Unionsberichterstatter für Pflegepolitik, Willi Zylajew.

Dabei seien mittlerweile zwölf Prozent aller Krankheitstage auf psychische Erkrankungen  zurückzuführen. Psychisch bedingte Fälle von Arbeitsunfähigkeit seien in den vergangenen zehn Jahren um fast 40 Prozent angestiegen. Und der deutschen Wirtschaft entständen durch psychische Erkrankungen Kosten von knapp 29 Milliarden Euro pro Jahr.

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Die Arbeitnehmergruppe der Union fordert daher einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs, um psychische Erkrankungen zu enttabuisieren. Zudem solle das Bun­des­for­schungs­minis­terium in seiner Forschungsförderung die Prävention psychischer Erkrankungen weiterhin verstärkt berücksichtigen.

Eine konkretisierende Verordnung für psychische Belastungsfaktoren solle darüber hinaus erstellt und in ein Arbeitsschutzmanagement integriert werden. Auch solle sich die Bundesregierung dafür einsetzen, den Erhalt psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz als einen eigenständigen Schwerpunkt in der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ zu realisieren.

Kranken-, Renten- und Unfallkassen sowie Berufsgenossenschaften müssten eine partnerschaftliche Lösung finden, forderte Zylajew. Die zurzeit gut gefüllten Kassen der Sozialversicherungsträger könne man in diesem Bereich sinnvoll verwenden. © fos/aerzteblatt.de

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