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Medizin

Zervix-Pessar kann Frühgeburt verhindern

Dienstag, 3. April 2012

Barcelona – Ein Pessar kann bei Schwangeren mit einer Zervixverkürzung die Rate von Frühgeburten senken. Dies zeigt eine randomisierte Studie im Lancet (2012; doi: 10.1016/S0140-6736(12)60030-0).

Stütz- oder Cerclage-Pessare aus Silikon werden bereits seit 50 Jahren zur Prävention von Frühgeburten angeboten. Ihre Effektivität wurde jedoch bislang nicht in randomisierten Studien untersucht. Zuletzt musste eine Meta-Analyse mangels Material abgebrochen werden (Cochrane Database Syst Rev. 2010;(9): CD007873). Die „Pesario Cervical para Evitar Prematuridad“ oder PECEP-Studie betrat deshalb gewissermaßen Neuland auf einem bekannten Anwendungsgebiet.

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An sechs Kliniken in Spanien wurden insgesamt 385 Schwangere (Gestationswoche 18-22) mit einer Zervixlänge von weniger als 25 Millimetern auf eine normale Schwangerschaftsbetreuung oder die Einlage eines handelsüblichen Pessars (Außendurchmesser 70 mm, Höhe 30 mm, oberer kleiner Durchmesser 32 mm) randomisiert. Die Studie war offen. Eine Scheinbehandlung in der Vergleichsgruppe fand nicht statt.

Wie die Gruppe um Elena Carreras von der Universitat Autonoma de Barcelona berichtet, wurde die Rate der Frühgeburten vor der 34. Woche, der primäre Endpunkt der Studie, von 27 Prozent in der Kontrollgruppe auf 6 Prozent gesenkt. Carreras errechnet eine Odds Ratio von 0,18, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,08 bis 0,37 keine Zweifel an der Effektivität des Pessars lässt. Es traten auch keine nennenswerten Komplikationen auf, die gegen diese Methode sprechen würden.

Dennoch warnen Steve Caritis und Hyagriv Simhan vom Magee Womens Hospital, Pittsburgh, im Kommentar von einer Verallgemeinerung. Streng genommen gelten die Ergebnisse nur für Schwangere mit einer Zervixverkürzung von unter 25 Millimeter, die offenbar sehr selten ist. Von 11.875 gescreenten Schwangeren erfüllten 10.568 dieses Kriterium nicht. Andere Schwangere waren wegen fetaler Auffälligkeiten, frühzeitiger Kontrakturen oder Blutungen von der Teilnahme an der Studie ausgeschlossen worden. © rme/aerzteblatt.de

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