NewsMedizinCT: Strahlenbelastung bei Adipösen deutlich höher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

CT: Strahlenbelastung bei Adipösen deutlich höher

Donnerstag, 5. April 2012

Albany/New York – Radiologen erhöhen bei adipösen Patienten häufig die Röntgenspannung, um bessere Aufnahmen zu erzielen. Einer Studie in Physics in Medicine & Biology (2012; 57: 2441–2459) zufolge kann dadurch die Strahlenbelastung bei einer Computertomographie deutlich ansteigen.

Bei adipösen Patienten müssen die Photonen der Röntgenstrahlen eine längere Strecke durch das Fettgewebe zurücklegen. Um trotzdem eine kontrastreiche Aufnahme zu erzielen, drehen viele Radiologen ein wenig an der „Stellschraube“.

Besonders häufig geschieht dies bei CT-Aufnahmen des Abdomens oder des Beckens, da sich hier die größten Fettmassen befinden. Die Erhöhung der Röntgenspannung von 120 auf 140 kVp scheint kein großer Unterschied zu sein, doch nach den Berechnungen von X. George Xu vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy bei Albany im US-Staat New York erhöht sich die Strahlenbelastung erheblich.

Anzeige

Für die Organe im Strahlenfeld, etwa den Magen, ermittelt Xu einen Anstieg der Strahlendosis um 56 Prozent. Die Organe außerhalb des Strahlenfeldes, beispielsweise die Schilddrüse, bekommen sogar 62 Prozent mehr Streustrahlung ab. Da die Röntgen-Diagnostik in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat und die Strahlenschäden kumuliert, könnten Adipöse ein erhöhtes Risiko von Strahlenschäden haben, zu denen auch Krebserkrankungen gehören.

Der Forscher hat die Strahlenbelastungen mit einer Reihe von Phantomen berechnet. Sie sollen jetzt als Grundlage für eine Software dienen, mit der die Radiologen die minimale Dosis für eine kontrastreiche Darstellung ermitteln können. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Dezember 2019
Hamilton/Ontario – Eine beschleunigte Teilbrustbestrahlung, die die Radiotherapie von einem Monat auf eine Woche verkürzt, hat in einer randomisierten Studie nach einer brusterhaltenden Lumpektomie
Mammakarzinom: Akzelerierte Teilbrustbestrahlung in Studie langfristig mit schlechteren kosmetischen Ergebnissen
28. November 2019
Bremen – Das Bundesamt für Strahlenschutz finanziert eine Studie von Wissenschaftlern der Jacobs University Bremen zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des neuen Mobilfunkstandards 5G. Das
Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen von 5G auf Zellen
27. November 2019
Berlin – Handy, Kernkraft oder Radon: Viele Deutsche wissen nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung im Alltag sind und was für sie gefährlich sein könnte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage,
Strahlenschutzamt: Deutsche beurteilen Strahlungsrisiken falsch
9. Oktober 2019
München – Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einzelne Wildpilzarten in Bayern immer noch stark mit radioaktivem Cäsium belastet. Außergewöhnlich hoch belastete
Pilze sind 33 Jahre nach Tschernobyl immer noch radioaktiv belastet
12. September 2019
Kassel – Strahlenschäden durch Atomwaffentests der früheren Sowjetunion können bei Spätaussiedlern zu Versorgungsansprüchen in Deutschland führen. Dafür muss der Zusammenhang mit der radioaktiven
Versorgungsansprüche bei Strahlenschäden durch sowjetische Atomtests
27. August 2019
Berlin – Handystrahlung birgt nach derzeitigem Forschungsstand kaum gesundheitliche Risiken für Verbraucher. Zu diesem Schluss ist die Stiftung Warentest gekommen. Die Begutachtung neuer
Stiftung Warentest sieht bei Handystrahlung kaum Grund zur Sorge
23. August 2019
Berlin – Das Gesundheitsrisiko durch das radioaktive Gas Radon etwa in Wohnungen ist aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland nicht ausreichend bekannt. „Radon ist ein
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER