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Medizin

HIV: Suche nach protektiven Antikörpern

Donnerstag, 5. April 2012

Durham – Antikörper gegen eine bestimmte variable Region des HI-Virus könnten der Schlüssel zum Erfolg für den langgesuchten Impfstoff gegen die erworbene Immunschwäche Aids sein. Dies geht aus einer Analyse der RV144-Studie hervor, die vor zweieinhalb Jahren einen, allerdings nur begrenzten Impfschutz vor einer Neuinfektion erzielte.

Im Oktober 2009 hatte das US-Militär die Ergebnisse der RV144-Studie vorgestellt. Der Kombinationsimpfstoff (Alvac® HIV plus Aidsvax® B/E) hatte bei 16.402 Rekruten in Thailand die Rate der Neuinfektionen um 31,2 Prozent gesenkt. Die anfängliche Euphorie über den ersten Erfolg mit einem HIV-Impfstoff nach vielen früheren Fehlschlägen, war bald der Ernüchterung gewichen, dass der Impfschutz für eine breite Anwendung zu gering ist.

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Seither sucht ein internationales Forscherteam nach den Gründen für die partielle Schutzwirkung. In einer Immun-Korrelat-Analyse haben Barton Haynes vom Duke University Medical Center in Durham/North Carolina und Mitarbeiter die Antikörperantworten verglichen zwischen den Teilnehmern, die durch die Impfung geschützt wurden und solchen, die sich trotzdem infizierten.

Ihr jetzt im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1275-1286) publizierter Bericht bringt die Protektion mit IgG-Antikörpern in Verbindung, die an einer besonderen Region (genannt V1V2) auf der Hülle des HI-Virus (genauer dem envelope-Protein) binden. Bei Rekruten mit diesen Antikörpern im Serum hatte die Impfung die beste Schutzwirkung erzielt. Eine gegenteilige Wirkung scheint ein IgA-Antikörper zu haben, der ebenfalls am Hüllprotein bindet, wenn auch an einer anderen Stelle. Dieser Antikörper war mit einer verminderten Schutzwirkung assoziiert.

Für Lindsey Baden vom Brigham and Women's Hospital und Raphael Dolin vom Beth Israel Deaconess Medical Center, beide in Boston ist eine Beteiligung der IgG-Antikörper plausibel, da die V1V2-Region an der Bindung des Virus über den CD4-Rezeptor und an der Bindung von Chemokinen beteiligt ist. Die negativen Auswirkungen der IgA-Anti­körper lassen sich weniger gut erklären.

Denkbar sei eine Behinderung der protektiven IgG-Antikörper durch die IgA-Antikörper. Dies sind allerdings Spekulationen, die nur durch eine klinische Studien geklärt werden könnten. Im nächsten Schritt muss zunächst nach einem Impfstoff gesucht werden, der tatsächlich in der Lage ist, die Bildung der gewünschten IgG-Antikörper zu stimulieren. © rme/aerzteblatt.de

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