NewsVermischtesPneumologen betonten Bedeutung des extrakorporalen Lungenersatzes
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Pneumologen betonten Bedeutung des extrakorporalen Lungenersatzes

Dienstag, 10. April 2012

München – Auf die Bedeutung der sogenannten extrakorporalen Membranoxygenierung (extracorporal membrane oxygenation, ECMO) hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hingewiesen. „Die Vorteile der ECMO gegenüber der Intubation, also der invasiven Beatmung durch eine Maschine über einen in die Luftröhre implantierten Schlauch, sind offensichtlich“, sagte Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und Vizepräsident der DGP. Patienten mit chronischem Lungenversagen, die direkt mit dem extrakorporalen System behandelt werden, seien wach, könnten essen und im Bett ein Trainingsprogramm gegen Muskelabbau absolvieren.

Für Patienten mit schwerem Lungenversagen, die trotz maximaler intensivmedizinischer Therapie mit künstlicher Beatmung nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können, stellt die ECMO oft die letzte Therapieoption dar. „Im Prinzip wird bei der ECMO das Blut über eine Vene oder Arterie des Patienten in einen Membranoxygenator geleitet, der Kohlendioxid aus dem Blut entfernt und es mit Sauerstoff anreichert“, erläuterte Michael Pfeifer von der Universität Regensburg, Klinik Donaustauf und Klink Barmherzige Brüder, Regensburg.

Das so aufbereitete Blut fließt dann zurück in das Blutgefäßsystem des Patienten. Im Gegensatz zu einer Nierendialyse wird das Kohlendioxid dabei nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft herausgefiltert. Insgesamt erlaubt die ECMO laut der Fachgesellschaft eine adäquate Oxygenierung, die nicht nur effektiver, sondern auch lungenschonender ist als eine künstliche Beatmung.

Anzeige

Im Gegensatz zur Beatmung könne sich die Lunge bei der ECMO bereits während des Verfahrens und nicht erst anschließend langsam erholen, was die Langzeitprognose des Patienten erheblich verbessere. „Komplikationen wie Blutungen, Thromboembolien und Infektionen können zwar auftreten, sind aber selten“, so Pfeifer. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Berlin – Nach heftiger Kritik an einem Gesetz zur Reform der Reha- und Intensivpflege, hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) heute seine Reformpläne geändert. Demnach soll deutlicher formuliert
Spahn ändert nach Protest Reformpläne für Intensivpflegepatienten
11. September 2019
Berlin – Die Kritik an der von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geplanten Neuregelung zur Intensivpflege hält an. Weitere Verbände äußerten heute anlässlich einer Anhörung im Ministerium
Kritik an Spahns Plänen für Intensivpflege reißt nicht ab
10. September 2019
Berlin – In der Debatte um ein neues Gesetz zur Intensivpflege hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Ausnahmeregelungen für eine Versorgung von erwachsenen Beatmungspatienten in ihrem heimischen Umfeld
Bundesärztekammer mahnt Selbstbestimmung bei Intensivpflege an
5. September 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat mit seinem Entwurf für ein „Gesetz zur Stärkung von Rehabilitation und intensivpflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung“
100.000 Unterschriften gegen Spahns Reformpläne zur Intensivpflege
3. September 2019
Berlin – Intensivmediziner, Pneumologen und Medizincontroller haben sich in einem Brief, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, an das Bundessozialgericht (BSG), die Sozialgerichte der Bundesländer
Scharfe Kritik an Rechtsprechung zur Entwöhnung von der Beatmungstherapie
22. August 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat Kritik an einem geplanten Gesetz zur Betreuung von Beatmungspatienten zurückgewiesen. Er könne die „Sorgen und Ängste“ nachvollziehen, sagte
Spahn verteidigt Reformpläne für Beatmungspatienten
21. August 2019
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat sich hinter Vorschläge aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) für Veränderungen bei der Versorgung von
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER