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Ärzteschaft

Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer gegen Facharzt für Notfallmedizin

Dienstag, 10. April 2012

München – Gegen die Einführung eines eigenen Facharztes für Notfallmedizin in die Weiter­bildungs­ordnungen hat sich die Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärzte­kammer, Heidemarie Lux, in der April-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes ausgesprochen. „Für junge Kollegen wäre die Weiterbildung zu einem Facharzt für Notfallmedizin ein gefährlicher Weg in eine Sackgasse“, so Lux.

Nach einer solchen breiten, aber nicht tiefen Ausbildung zum Facharzt für Notfallmedizin wären Ärzte „in einer Sackgasse gefangen und kämen nur sehr schwer und mit viel Aufwand wieder heraus“. „Wenn sich keine Karrieremöglichkeiten innerhalb der Notaufnahme bieten, dann ist der Facharzt für Notfallmedizin zu lebenslangem Schichtdienst verdonnert“, schreibt Lux, die selbst Internistin und Notärztin ist.

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Sie plädiert dafür, keinen eigenen Facharzt für Notfallmedizin zu schaffen. Besser sei, die notfallmedizinische Kompetenz der beteiligten Fachärzte durch eine Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ zu vertiefen und sie in ärztlichem Qualitätsmanagement und ärztlicher Führung fortzubilden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #63859
johannes.vopelius
am Donnerstag, 11. Oktober 2012, 23:23

Schade...

Als Mediziner, der extra sein Heimatland verlassen hat, um in diese "Sackgasse" zu gelangen, würde man sich eine etwas wissenschaftlichere Argumentation wünschen. Ich habe über Jahre eine ausgezeichnete Ausbildung in den verschiedensten Akutbereichen (Innere, Anaesthesia, Intensivmedizin, Unfallchirurgie und Paediatrie) genossen. Ja, der Schichtdienst ist anstrengend, aber Emergency Medicine in England, USA und Kanada eröffnet einem sehr gute Karrierewege in Organisation, Forschung und anderen Bereichen. Die hohe und breit gefächerte Fallzahlen die ich täglich sehe, erlauben einen sicheren Umgang auch mit selteneren Notfällen. Dies wäre mit erzwungen Notaufnahme-Diensten anderer Fachrichtungen schwer zu erreichen.
Avatar #89836
Larso
am Sonntag, 15. April 2012, 18:05

Und täglich grüsst das Murmeltier...

Es ist wirklich unglaublich mit welcher Redundanz immer wieder mit den selben Argumenten ein FA Notfallmedizin torpediert wird (oder mittlerweile muss man glücklicherweise wohl sagen "versucht wird zu torpedieren"). Jedem klaren Geist dürften die Beweggründe hierfür klar sein, es handelt sich um reine Berufspolitik. Zahllose Länder im angelsächsischen Raum zeigen dass Notfallmedizin für viele eine veritable Berufswahl ist, das Argument des lebenslangen Schichtdienstes ist sicher ein Faktor pro/contra dieser Facharztwahl, aber ich persönlich (und auch viele andere) benötigen sicher keine Bevormundung unter dem Deckmantel der Fürsorglichkeit. Ich plädiere dafür den Facharzt Unfallchirurgie abzuschaffen, wegen Rückenproblemen bei Assistenzärzten sehe ich nur eingeschränkte Karrieremöglichkeiten ;-).
Ein kleines Potpourri der (Schein)Argumente der Facharztgegner findet sich hier:
http://www.nofame4u.de/2011/11/23/ein-bisschen-politik-argumente-der-facharztgegner-und-ihre-entkräftung/
Alles schon hundertmal gehört, Wiederholung macht es nicht richtiger...
Avatar #649693
dr.beat
am Donnerstag, 12. April 2012, 14:21

Interessantes Arbeitspapier der Berliner Landesärztekammer im Netz

Eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Vorstands der Ärztekammer Belin kommt im Gegensatz zur Position der BLÄK zum Ergebnis, dass der Facharzt für Notfallmedizin sinnvoll und erforderlich ist. Die Analyse ist auf Berlin ausgerichtet und ziemlich gut!

http://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/15_Aerztliche_Weiterbildung/index.html

Avatar #25902
mberchtenbreiter
am Mittwoch, 11. April 2012, 22:48

Der FA für Notfallmedizin ist überfällig!

Der FA für Notfallmedizin ist überfällig.
Nicht nur weil es dem Bedarf und der Versorgungsqualität Rechnung trägt, sondern weil damit eine fachspezifische Expertise verbunden ist, die schwierig und notwendig ist. Es geht um die Behandlungsqulität, die in den ersten Minuten und Stunden gut und geziehlt gesteuert werden kann. Von ambulant bis stationär, stünde der FA für Notfallmedizin an einer Schlüsseposition zu. Das senkt auch Behandlungskosten. Natürlich bedarf es hierfür einer eigenen Qualifiaktion und Kompetenz. Schlüsselpositionen mag hierzulande keiner, und schon gar nicht, wenn es darum geht, neue Kosten durch die Einführung eine FA für Notfallmedizin zu verursachen. Wäre dann nicht ein Krankenhaus abhängig von den Ärzten in der Notaufnahme, die jeden geschätzten dritten Patienten in die ambulante Versorgung entließen. FAZIT: In Deutschland geht es nicht um Behandlungsqualität sondern um Angst vor tiefgreifenden struckturellen Veränderlungen. Frau L. hat auch Angst.
Avatar #649618
campesino
am Dienstag, 10. April 2012, 17:55

Karrierproblem vor Versorgungsqualität?

1. Frau Lux sorgt sich nicht um die Karrierechancen möglicher junger Notfallmediziner, sondern um ihre eigenen. Denn sollte der Facharzt für Notfallmedizin eingeführt werden, würde die zu einer gewissen Entmachtung der Internisten führen. Sie als "Notärztin" (200 Stunden Weiterbildung) würde dann gegenüber tatsächlichen und echten Notfallmedizinern, wie es sie in fast ganz Europa gibt als Notfallärztin zweiter Klasse dastehen, was ja auch durchaus zutreffend ist. Hiergegen muss sie sich natürlich wehren, was sie tut, indem sie den Gegner mütterlich umarmt und vor einem Karrierschritt in die angeblich falsche Richtung schützt.

2. Anstatt um die Karriere von irgendwem sollte sie sich um die hochqualitative interdisziplinäre Versorgung von Notfallpatienten sorgen. Die gibt es nur mit einem FA Notfallmedizin und ganz sicher nicht durch die "üblichen Verdächtigen", welche, wie es auch bei Frau Lux durchscheint, zunächst unerfahren in der Notaufnahme anfangen, um dann, mit Karriereaufstieg, möglichst schnell wieder die Flucht vor dem anstrengenden Wechseldienst in der Notaufnahme suchen. Kompetenz braucht es nunmal auch Nachts in einer Notaufnahme.

LNS

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