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Medizin

Diabetische Makulopathie: Bevacizumab erzielt Langzeitwirkung

Dienstag, 10. April 2012

London – Regelmäßige Injektionen von Bevacizumab in den Augapfel sind bei Diabetikern mit klinisch signifikantem Makulaödem (CSME) einer koagulativen Lasertherapie überlegen. Die günstigen Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie in den Archives of Ophthalmology (2012; doi: 10.1001/archophthalmol.2012.393) waren auch nach 2 Jahren Behandlung noch vorhanden.

Die Early Treatment Diabetic Retinopathy Study hatte in den 1980er Jahren die Laserkoagulation als Standardtherapie beim CSME etabliert. Die Verödung der Blutgefäße in der Netzhaut kann das Fortschreiten der Retinopathie zwar abbremsen. Eine Verbesserung der Sehleistung wird jedoch selten erzielt.

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Die intraokulare Injektion mit monoklonalen Antikörpern gegen den Wachstumsfaktor VEGF, die die Bildung der pathologischen Blutgefäße unterdrücken, verspricht dagegen erstmals eine leichte Verbesserung der Sehfunktion. Für das Originalpräparat Lucentis mit dem Antikörper Ranibizumab konnte dies in einer randomisierten klinischen Studie belegt werden: Nach 12 Monaten Therapie hatte sich der Visus der Patienten um 10 Buchstaben auf der Snellen-Sehtafel verbessert (Diabetes Care 2010; 33: 2399-2405).

Es ist unter Ophthalmologen jedoch ein offenes Geheimnis, dass der Antikörper Bevacizumab, der wie Ranibizumab VEGF bindet, ebenfalls zur Behandlung geeignet ist – zu einem Bruchteil der Therapiekosten von Lucentis. Die Evidenz gründet sich auf die „Bevacizumab or Laser Therapy“ oder BOLT-Studie des Moorfields Eye Hospital in London, wo 80 Patienten auf monatliche Injektionen mit Bevacizumab oder eine Laserkoagulation randomisiert wurden. Laut einer früheren Publikation in Ophthalmology (2010; 117: 1078-1086) gewannen die Patienten im ersten Jahr der Therapie im Durchschnitt 8 Buchstaben (während es nach der Lasertherapie zu einem Verlust um 0,5 Buchstaben kam).

Jetzt stellen Ranjan Rajendram und Mitarbeiter die Ergebnisse nach 2 Jahren vor. Die Bevacizumab-Injektionen erfolgten im zweiten Jahr nach Maßgabe des behandelnden Augenarztes. Er konnte sich an den Ergebnissen der optischen Kohärenztomographie orientieren. Dort weist die Zunahme der Retinadicke auf eine Verschlechterung hin. Die Patienten benötigten im zweiten Jahr im Durchschnitt nur noch 4 Injektionen, gegenüber 9 Injektionen im ersten Jahr. Dennoch konnte die Sehstärke weiter erhöht werden. Am Ende hatten die Patienten 9 Buchstaben gegenüber der Ausgangssituation vor 2 Jahren gewonnen (gegenüber einem Gewinn von 2,5 Buchstaben unter der Lasertherapie).

Die Hälfte (49 Prozent versus 7 Prozent unter der Lasertherapie) der Patienten gewannen im Bevacizumab-Arm sogar 10 oder mehr Buchstaben, bei jedem Dritten (32 Prozent versus 4 Prozent) waren es sogar 15 Buchstaben oder mehr. Für Rajendram zeigen die Ergebnisse, dass Bevacizumab auch langfristig eine effektive Therapie des diabetischen Makulopathie ist.

Die Therapie ist auch sicher. Nur bei einem Patienten kam es zu einer schweren Komplikation: Ein Anstieg des Augeninnendrucks musste medikamentös behandelt werden. Unter der Lasertherapie kam es dreimal zu schweren Komplikationen (Glaskörperblutung, starker Sehverlust, Makulaödem nach vitreomakulärer Traktion). © rme/aerzteblatt.de

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