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Medizin

Gen hemmt Tumorwachstum

Mittwoch, 11. April 2012

Hannover – Ein Gen mit bislang unbekannter Funktion hemmt offenbar das Wachstum von Glioblastomen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ruthild Weber von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in der Zeitschrift Brain (doi: 10.1093/brain/aws045).

Die Wissenschaftler des MHH-Instituts für Humangenetik haben Glioblastomzellen untersucht. Dabei ist ihnen ein Gen aufgefallen, das in vielen von ihnen verändert vorlag. „Wenn ein Gen in einem Tumor inaktiviert ist, ist das ein Hinweis darauf, dass es Tumor-unterdrückend wirkt“, sagte Weber. Die Genveränderung gab es auch in anderen Tumorzellen. „Möglicherweise ist seine tumorsuppressive Wirkung nicht auf Gehirntumore beschränkt, sondern spielt beispielsweise auch bei Brust- und Darmkrebs eine Rolle“, so die Wissenschaftlerin.

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Die Forscher konnten die tumorsuppressive Funktion des Gens mit weiteren Experimenten belegen. So wuchsen Tumorzellen mit intaktem Gen weniger und waren weniger beweglich. Auch im Mausmodell demonstrierten die Wissenschaftler, dass Tumore mit intaktem Gen nur halb so groß wurden wie solche mit verändertem Gen. Zudem fand das Forscherteam heraus, dass das auf Grundlage des Gens entstehende Protein zu den so genannten fokalen Adhäsionsproteinen gehört.

„Es wäre denkbar, dass Patienten, deren Tumoren das veränderte Gen tragen, auf ein neues Krebsmedikament anders ansprechen als Patienten mit Tumoren mit intaktem Gen“, sagte die Humangenetikerin. Somit könnten neue Medikamente gezielter eingesetzt werden.

Die Publikation ist unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität in Bonn entstanden, wo die Humangenetikerin bis Ende des Jahres 2011 Institut für Humangenetik geforscht hat. © hil/aerzteblatt.de

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