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Ausland

WHO: Demenzerkrankungen zum Krisenfall erklären

Mittwoch, 11. April 2012

Genf – Demenzerkrankungen sollen nach Vorstellung der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO zu einem Krisenfall der öffentlichen Gesundheit erklärt werden. Ein am Mittwoch in Genf veröffentlichter Bericht der WHO und der Alzheimer's Disease International (ADI) fordert Regierungen und politische Entscheidungsträger auf, Demenz zu einer weltweiten Priorität in der Gesundheitspolitik zu erklären.

„Bisher verfügen lediglich acht von 194 WHO-Mitglied­staaten über einen nationalen Plan für Demenz­erkrankungen. Einige weitere Pläne werden derzeit entwickelt“, erklärte der Leiter der WHO-Abteilung Psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch, Shekhar Saxena.

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Nach Darstellung von ADI-Geschäftsführer Marc Wortmann wird weltweit alle vier Sekunden bei einem Patienten Demenz diagnostiziert. „Unser derzeitiges Gesundheitssystem ist von dieser aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung explosionsartigen Ausbreitung der Demenz-Krise schlicht überfordert“, sagte er. Der Bericht zeige, dass eine Menge getan werden könne, um das Leben von Demenzkranken und ihren Pflegepersonen zu verbessern.

ADI-Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Demenzkranken weltweit alle 20 Jahre nahezu verdoppeln. Für 2010 gehen die Experten von 35,6 Millionen Betroffenen aus. 2030 wird es demnach schätzungsweise 65,7 Millionen und 2050 rund 115 Millionen geben.

In Deutschland leiden derzeit laut Schätzungen rund 1,2 Millionen Menschen an Demenz. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei rund 200.000 pro Jahr. Ohne wirksame Medikamente könne sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln. © kna/aerzteblatt.de

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