Politik

CDU/CSU-Bundestags­fraktion bereitet Eckpunkte für eine nationale Präventions­strategie vor

Donnerstag, 12. April 2012

Köln – Unter dem Leitmotiv „Glückliches Deutschland: Gesundheitsbewusstsein und Vor­beugung“ haben Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, darunter Johannes Singhammer, Jens Spahn, Annette Widmann-Mauz, ein Arbeitspapier mit Eckpunkten für eine nationale Präventionsstrategie erarbeitet, das als Vorlage für die Klausurtagung der AG Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 12./13. April in Niedernberg dient.

Primäres Ziel einer nationalen Präventionsstrategie müsse es sein, heißt es in dem Papier, die gesundheitliche Eigenkompetenz und Eigenverantwortung in allen gesellschaftlichen Schichten zu aktivieren. Erforderlich sei ein Paradigmenwechsel hin zu einer stärkeren Betonung von Prävention und Gesundheitsförderung; diese müssten im deutschen Gesundheitswesen neben Kuration und Rehabilitation gleichwertig und verbindlich geregelt werden.

Anzeige

Gleichzeitig betonen die Abgeordneten in dem Arbeitspapier, dass Prävention und Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgaben anzusehen seien und nicht allein etwa der gesetzlichen Krankenversicherung zu überantworten seien.  Die Arbeitswelt und andere Lebenswelten müssten ihren Beitrag zu einer stärkeren gesundheitsgerechten und präventiven Ausrichtung leisten.

Um dies zu erreichen, soll der Deutsche Bundestag konkrete Präventionsziele für die Jahre 2012-2020 beschließen. Diese Ziele sollten  sich daran orientieren, wie verbreitet und schwerwiegend die Krankheit oder Gesundheitsstörung sind, wie beeinflussbar sie durch Maßnahmen der Prävention sind, welchen volkswirtschaftlichen Stellenwert sie haben und inwieweit  Präventionsmaßnahmen evidenzbasiert sind und eine positive Kosten-Nutzen-Relation haben.

Gleichzeitig soll vom Deutschen Bundestag ein Nationaler Rat für Prävention und Gesundheitsförderung ins Leben gerufen werden, der die Aufgabe hat, die weiteren Ziele zu entwickeln und übergreifende Rahmenbedingungen der Qualitätssicherung und jeweiligen Erfolgskontrolle zu erarbeiten.

Zur Finanzierung der nationalen Präventionsstrategie sollen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Ausgaben für Präventionsmaßnahmen pro Versicherten auf 5,50 Euro erhöhen. Nicht verausgabte Mittel gehen an den Spitzenverband der Krankenkassen und werden von diesem für Modellvorhaben und für Präventionskampagnen verwendet.

Als besonders wichtig erachten die CDU/CSU-Abgeordneten die Verbesserung der betrieblichen Gesundheitsförderung.  „Auf Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung und zum Abbau psychischer Belastungen bei älteren Mitarbeitern soll ein besonderer Schwerpunkt liegen“, heißt es in dem Arbeitspapier.

 Demnach haben die Krankenkassen jährlich einen Mindestbeitrag je Versicherten für entsprechende Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Anzustreben sei eine Verbesserung der Zusammenarbeit von Krankenkassen und Unfallversicherungsträgern in der betrieblichen Gesundheitsförderung.  Bessere Voraussetzungen für die Nutzung von Gesundheitsförderung in den Unternehmen könnten auch durch finanzielle Anreize für Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen werden. © TG/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Kontrabass
am Freitag, 13. April 2012, 10:12

PR für den Laien

Es tönt alles sehr schön. Nur muss man wissen, dass gemäss heutigem Bericht der DHS der Alkoholkonsum praktisch gleich hoch geblieben ist, obwohl eine Unmenge an Verhaltens-Prävention gelaufen ist. Genau die Prävention, die in dem Papier angestrebt wird: Förderung der Eigenkompetenz und Selbstverantwortung. Das reicht offenbar nicht. Die Wissenschaft berichtet dies schon lange.
Andererseits wird erwähnt, "Diese Ziele sollten sich daran orientieren, wie verbreitet und schwerwiegend die Krankheit oder Gesundheitsstörung sind, wie beeinflussbar sie durch Maßnahmen der Prävention sind, welchen volkswirtschaftlichen Stellenwert sie haben und inwieweit Präventionsmaßnahmen evidenzbasiert sind und eine positive Kosten-Nutzen-Relation haben."
Das wäre genau die Alkoholpolitik, die nötig wäre. Aber man kann jetzt schon davon ausgehen, dass dieser kleine Passus wichtiger sein wird: "welchen volkswirtschaftlichen Stellenwert sie haben." Der Einfluss der Alkoholindustrie wird alle schönen Ankündigungen wie bsher im Sand verlaufen lassen.

Nachrichten zum Thema

24.02.17
Berlin/Brüssel – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) legt in der Terrorbekämpfung wert auf eine gute Zusammenarbeit von Gesundheits- und Sicherheitsbehörden. „Die Terroranschläge in der......
24.02.17
Erfurt – Eine Thüringer Suchthilfe-Einrichtung entwickelt derzeit ein Präventionsangebot, mit dem verhindert werden soll, dass Schwangere Drogen nehmen. Das Projekt ziele nicht nur auf Frauen, die......
23.02.17
Nutzen von Vitamin D bei Prävention weiter umstritten
London – Vitamin D kann insbesondere bei Personen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel Atemwegsinfektionen vorbeugen. Dies fanden Forscher der Queen Mary University of London heraus. Sie veröffentlichten......
21.02.17
Hamburg – Die DAK-Gesundheit will rauchenden Auszubildenden in Pflegeberufen das Aufhören erleichtern. Helfen soll das Programm „astra plus – Gesundheitskompetenz, Rauchfrei in der Pflege.“ Entwickelt......
20.02.17
Wie Nüsse das Wachstum von Krebszellen hemmen
Jena – Einen molekularen Mechanismus für die antikanzerogenen Wirkungen von Inhaltsstoffen aus Nüssen haben Wissenschaftler aus Jena entdeckt. Die Arbeit ist in dem Magazin Molecular Carcinogenesis......
20.02.17
Kopfschmerzen: Tablettenkonsum schon im Kindesalter besorgniserregend
Berlin – Die Zahl junger Menschen in Deutschland mit ärztlich diagnostizierten Kopfschmerzen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, teilte die Krankenkasse Barmer heute in Berlin bei der......
17.02.17
Sport pro Gesundheit: Zertifizierung der Präventionskurse vereinfacht
Berlin – Immer mehr Sportvereine bieten zertifizierte Kurse für das sogenannte Rezept für Bewegung an. „Die bundesweit tätige Prüfstelle erfreut sich seit ihrem Start vor drei Jahren großen Zuspruchs......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige