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Medizin

Indome­thacin-Zäpfchen kann Post-ERCP-Pan­kreatitis verhindern

Donnerstag, 12. April 2012

Ann Arbor –  Die einmalige rektale Applikation des nichtsteroidalen Antiphlogistikums (NSAID) Indomethacin kann einer Post-ERCP-Pankreatitis vorbeugen. Dies wurde in einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1414-1422) ermittelt.

Eine Pankreatitis ist eine gefürchtete und häufige Komplikation der endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP). Bei dieser Untersuchung von Gallen- und Pankreasgang kommt es bei etwa jedem sechsten Patienten zu einer Verkrampfung oder Verschwellung der Papilla Vateri und infolge des Aufstaus zu einer Pankreatitis. Die Morbidität ist erheblich.

Nach Schätzungen der Agency for Healthcare Research and Quality verursacht die Post-ERCP-Pankreatitis in den USA jährlich etwa 300.000 Hospitalisierungen mit Kosten von etwa 150 Millionen US-Dollar.

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Dass die rektale Applikation eines NSAID für weniger als 5 US-Dollar diese kostspielige Komplikation verhindern kann, erscheint vor diesem Hintergrund unglaublich, und obwohl mehrere Studien (das Ärzteblatt referierte 2003 über eine Studie an 220 Patienten) und eine Meta-Analyse bereits gezeigt hatten, dass die Prophylaxe wirkt, sah sich die U.S. Cooperative for Outcomes Research in Endoscopy zu einer erneuten, dieses Mal definitiven randomisierten klinischen Studie veranlasst.

An vier Unikliniken sollten 948 Patienten auf die rektale Applikation von Indomethacin oder Placebo randomisiert werden. Nach Einschluss von 602 Patienten wurde die Studie vorzeitig abgebrochen, da eine Wirkung unübersehbar war: Im Placebo-Arm hatten 52 von 307 Patienten (16,9 Prozent) eine Post-ERCP-Pankreatitis entwickelt.

Nach Gabe von Indomethacin waren es nur 27 von 295 Patienten (9,2 Prozent). Das ist eine relative Reduktion um 46 Prozent. Die Number needed to treat zur Vermeidung einer Post-ERCP-Pankreatitis beträgt nur 13. Auch die Rate schwerer Erkrankungen wurde von 8,8 auf 4,4 Prozent halbiert.

Angesichts der Kosten (und des Leids der Patienten) dürfte der Nutzen der Maßnahme außer Zweifel stehen. Die Risiken einer einmaligen rektalen Applikation von Indomethacin sind gering: Die Rate von gastrointestinalen Blutungen war sogar niedriger als im Placebo-Arm. Ein Nierenversagen wurde nach Gabe von Indomethacin nicht beobachtet. © rme/aerzteblatt.de

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