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Fahrtüchtigkeit ist bei Leberkranken häufiger als vermutet eingeschränkt

Montag, 16. April 2012

Wiesbaden – Bei chronischen Lebererkrankungen entwickelt sich häufig eine hepatische Enzephalopathie, die sich als Konzentrationsstörung, Müdigkeit, Reizbarkeit, kognitiven Defiziten äußern kann.  „Bei vielen Patienten ist auch im Frühstadium einer hepatischen Enzephalopathie die Fahrtüchtigkeit herabgesetzt“, sagte Dieter Häussinger, Direktor des Leber- und Infektionszentrums der Universität Düsseldorf während des 118. Internistenkongresses in Wiesbaden. Die betroffenen Patienten neigten häufig dazu, ihre Fahrtüchtigkeit zu überschätzen, sagte Häussinger.

So haben nach den Angaben von Häussinger circa 40 Prozent der Patienten mit einer Leberzirrhose eine hepatische Enzephalopathie. Eine zirrhotische Leber ist in ihrer Entgiftungsfunktion eingeschränkt und kann Ammoniak und andere zelltoxische Substanzen nicht mehr so effektiv wie bei einem Gesunden aus dem Blut entfernen.

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„Wenn Patienten selbst oder ihre Angehörigen über Wesensveränderungen oder eine Verminderung der kognitiven Funktionen berichten, sollte der Arzt an eine hepatische Enzephalopathie denken und diese gegebenenfalls diagnostisch abklären lassen“, so der Gastroenterologe. Für eine Abklärung eigne sich zum Beispiel die Flimmer­frequenzanalyse.

Statistisch sei die Zahl der Fahruntauglichen unter Patienten mit hepatischer Enze­phalopathie erhöht, für den Einzelnen lasse sich aber keine Vorhersage über die Fahrtauglichkeit aus dieser Diagnose ableiten. „Wenn es Hinweise auf Einschränkungen in der Fahrtüchtigkeit gibt, entweder aus dem Gesamtbild des Patienten oder aus Berichten von Angehörigen, sollte man dem Patienten vermitteln, dass er sich und andere gefährdet“, sagte Häussinger.

Auch wenn die Erkrankung in den Unfallstatistiken nicht auftauche, sei er überzeugt, dass hepatische Enzephalopathien für zahlreiche Verkehrsunfälle verantwortlich seien. Am aussagekräftigsten sei im Einzelfall eine Fahrprobe mit einem Fahrlehrer. © nsi/aerzteblatt.de

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