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Ärzteschaft

Chirurgen wehren sich gegen Vorwurf der Falschabrechnung

Montag, 16. April 2012

Berlin – Gegen „ungerechtfertigte Pauschalvorwürfe“ und die Diffamierung von Kranken­hausmitarbeitern wehrt sich die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) mit den von ihr vertretenen zehn chirurgischen Fachgesellschaften. Anlass sind auf dem Fach­kongress „DRG plus“ Ende März in Berlin erhobene Vorwürfe von Kranken­kassen­vertretern, die die Klinikcontroller mit „Schwarzfahrern“ verglichen hätten.

„Der Streit um Krankenhausrechnungen beruht im Wesentlichen auf einem Systemfehler, nicht auf Fehlverhalten oder gar Betrugsabsicht Einzelner“, sagte Arend Billing von der Kommission für Krankenhausökonomie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG). Denn ein Drittel der Gesamtrechnungssumme hänge häufig an der Frage, ob ein Patient einen Tag länger oder kürzer in der Klinik liege. „Da es hierfür häufig keine objektiven Entscheidungskriterien gibt, sind Tür und Tor offen für Streit und gegenseitige Unterstellungen“, so der Gefäßchirurg.

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Auch Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH, stellt sich vor die Mitarbeiter in den Kliniken: „Sie sind es leid, als Falschabrechner oder Schwarzfahrer diffamiert zu werden und so als Buhmann für ein Versagen der Systemverwalter herzuhalten“, sagte er. Veränderungen könnten nur die dafür zuständigen Organe der Selbstverwaltung erreichen.

Die Vertreter der Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft stünden sich dabei als Kontrahenten gegenüber. Eine Einigung scheiterte laut Bauer aber bisher stets an der Haltung der Krankenkassen. Die Aussage, ein Patient hätte einen Tag früher entlassen werden können, bringe den Kassen Hunderttausende Euro an Rückforderungen ein.

Veränderte Abrechnungsregeln könnten dies ändern, so die Fachgesellschaften. Der Fehlanreiz der sogenannten unteren Grenzverweildauer müsse korrigiert werden. Die Krankenhäuser sind an einer Abrechnung ohne ständigen Streit interessiert, so die DGCH. Ein Abrechnungssystem, das bei jedem zehnten Fall diesen Streit provoziert, sei auf Dauer nicht akzeptabel. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #111441
borgmann4
am Montag, 16. April 2012, 21:16

Klassische Projektion

Ich erinnere nochmal an diesen Artikel http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48585

Wenn ich 16 Prozent meiner Einnahmen nicht angeben würde, dann wäre das Finanzamt ganz böse mit mir.

Insofern sind die Aussagen vom MDK-Kongress als eine klassische Projektion zu werten. Splitter und Balken....

Angelika Oetken, Ergotherapeutin, Berlin-Köpenick

P.S. ich hatte mich zu dem Kongress angemeldet, wurde aber wieder ausgeladen. Jetzt ahne ich warum....
LNS

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