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Medizin

Pollenbelastung steigt europaweit an

Montag, 16. April 2012

dapd

München – Aeropalynologen, das sind die Erforscher von Flugpollen, haben eine neue Erklärung für den Anstieg der Allergierate in Europa gefunden. Ihrer Studie in PLoS ONE (2012; 7: e34076) zufolge ist in den letzten Jahrzehnten die Konzentration der Pollen in der Luft gestiegen.

Von Reykjavik bis Thessaloniki wird heute in vielen Wetterstationen auch die Pollenkonzentration in der Luft gemessen. Annette Menzel, Extraordinaria für Ökoklimatologie an der Technischen Universität München, hat die Daten von 97 europäischen Stationen zusammengetragen, die seit mehr als 10 Jahren Aufzeichnungen führen.

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Die längste Messreihe an der Universität Leiden reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Die Forscherin hat für 1.221 Pollen-Zeitreihen einheitliche jährliche Pollenindizes errechnet. Für die meisten konnte sie einen Anstieg feststellen, darunter waren neun Pflanzen, die klinisch relevante Aeropollen bilden: Cupressaceae (Zypressen), Platanus (Platanen), Corylus (Hasel), Fraxinus (Esche), Quercus (Eiche), Alnus (Erlen), Betula (Birke), Ambrosia (Traubenkräuter) und Pinaceae (Kieferngewächse).

Menzel führt die Zunahme der Aeropollen in erster Linie auf den Anstieg der Klimagase wie CO2 zurück und den damit verbundenen Temperaturanstieg, der in den Städten als sogenannte „Hitzeinseln“ stärker ausfalle. Dies erkläre, warum in urbanen Gebieten die Pollenmenge im Durchschnitt um drei Prozent pro Jahr angestiegen sei, in ländlichen Gegenden dagegen nur um ein Prozent pro Jahr. Die Ökoklimatologin betrachtet urbane Gebiete als „Experimentierfeld“, in denen sich die Klimafolgen früher zeigen als in ländlichen Regionen.

Die Pollen-Zeitreihen weisen allerdings starke jährliche Schwankungen auf. Und es gibt zwei Ausnahmen: Die Konzentration von Chenopodiaceae (Gänsefußgewächse) und Artemisia (Beifuß) hat abgenommen. Menzel führt dies auf die vermehrte Unkrautbekämpfung und den Rückgang nicht kultivierter Flächen zurück.

Die Forscherin weist darauf hin, dass letztlich nicht die Menge der Pollen für die Abschätzung künftiger Allergiebelastungen entscheidend ist. In zukünftigen Untersuchungen soll deshalb die Konzentration der von den Pollen transportierten Allergene bestimmt werden. © rme/aerzteblatt.de

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