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Apobank: Altlasten ab- und das Kerngeschäft ausgebaut

Dienstag, 17. April 2012

© Jardai

Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hat 2011 einen Jahresüberschuss in Höhe von 43,1 Millionen Euro (2010: 53,4 Millionen Euro) erzielt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung wird die Genossenschaft ihren rund 100.000 Mitgliedern für das abgelaufene Geschäftsjahr wie im Vorjahr eine Gewinnbeteiligung in Höhe von vier Prozent auszahlen.

„In einem für den gesamten Bankensektor anhaltend schwierigen Marktumfeld haben wir unser primäres wirtschaftliches Ziel, die Dividendenfähigkeit, erreicht und können unsere Mitglieder weiterhin am positiven Ergebnis unserer Bank beteiligen“, betonte Vorstandssprecher Herbert Pfennig heute in Düsseldorf. 2011 sei geprägt gewesen von zwei gegenläufigen Entwicklungen: der Abarbeitung von Altlasten und dem Ausbau des Kerngeschäfts.

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Zu den Altlasten der Apobank zählt vor allem der Bestand an „strukturierten Finanzprodukten“. Das sind hochriskante Wertpapiere, die seit der Finanzkrise kaum noch einen Wert haben und deshalb in der Bilanz „wertberichtigt“ werden müssen. Hier sei es gelungen, das Volumen im auf drei Milliarden Euro (2010: 4,1 Milliarden Euro) zu reduzieren, sagte Pfennig: „Der Abbau erfolgte damit schneller als geplant.“ 2009 hatte die Bank noch strukturierte Finanzprodukte im Gesamtwert von 5,5 Milliarden ausweisen müssen.

Grundlage für den Erfolg der Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr sei die gute Entwicklung im Kerngeschäft, also dem Geschäft mit den Heilberuflern, gewesen, unterstrich der Vorstandsprecher: „Wir haben mehr als 12.000 neue Kunden und fast 2.500 neue Genossenschaftsmitglieder gewonnen.“ Letzteres habe aber gerade ausgereicht, um die Mitgliedschaftskündigungen aus dem Jahr 2010 auszugleichen. Damals hatte die „Standesbank der Heilberufe“ erstmals in ihrer Geschichte keine Dividende bezahlt.

Mit mehr als 4 Milliarden Euro an Neuausleihungen hat die Genossenschaft im vergangenen Jahr Existenz­gründungen, Praxis und Apothekeninvestitionen sowie private Vorhaben der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker unterstützt. Darüber hinaus hat sie ihre Kundengelder ausgeweitet und so den Anteil der Refinanzierung über den Kapitalmarkt weiter reduziert.

„Diese Entwicklung belegt, dass uns die Heilberufler als Finanzierungs- und Anlageberater vertrauen. Damit erfüllen wir nicht nur eine wesentliche Funktion in der Versorgung des deutschen Gesundheitsmarktes mit Finanzdienstleistungen, sondern auch unseren Satzungsauftrag: die wirtschaftliche Förderung der Heilberufler", so Pfennig.

Bei der Apobank geht man davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen für den gesamten deutschen Bankensektor künftig weiter verschärfen; insbesondere auch durch die im Zuge von Basel III weiter steigenden Eigenkapital- und Refinanzierungskosten. Dennoch wolle man im Kerngeschäft weiter wachsen, betonte der Vorstandssprecher.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bank soeben das Zukunftsprogramm „VorWERTs“ aufgelegt, das Ende des Jahres in Kraft treten soll. Kernelement der strategischen Weiterentwicklung sei die zielgruppengerechte Beratung der Heilberufler in jeder Lebensphase, erläuterte Pfennig: „In Zukunft werden unsere Kunden in jeder Lebensphase – Student, Angestellter, Selbstständiger, Ruheständler – von gut eingespielten Apobank-Teams aus Beratern und Spezialisten entsprechend ihrer Bedürfnisse zielgruppengerecht bedient.“

Im Zusammenhang mit der Implementierung eines neuen IT-Systems, die in diesem Jahr abgeschlossen wird, dürfte VorWERTs auch für erhebliche Veränderungen in den Apobank-Fillialen sorgen. In einem ersten Schritt werde dies auch einen Stellenabbau mit sich bringen, räumte Pfennig ein. Wie dies sozial geschehen könnte, werde derzeit mit den Betriebsräten verhandelt.

Die größte genossenschaftliche Primärbank geht davon aus, dass sie auch im laufenden Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss erzielt, der ihr sowohl eine angemessene Dividendenzahlung als auch eine Dotierung der Rücklagen ermöglicht.

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass die Konzentration auf unser Kerngeschäft richtig war“, unterstrich Pfennig. Diesen Weg werde man konsequent fortsetzen – „wir wollen und werden die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“. © JF/aerzteblatt.de

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