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Politik

Gesundheits­versorgung in Schleswig-Holstein soll besser werden

Mittwoch, 18. April 2012

Heiner Garg /dpa

Berlin – Die gesundheitspolitischen Akteure aus Schleswig-Holstein haben gemeinsam Defizite in der Gesundheitsversorgung des Landes benannt und Handlungsoptionen vorgeschlagen. „Ein derart umfassender Ansatz wurde erstmalig in Schleswig-Holstein versucht. Er hat Modellcharakter für das gesamte Bundesgebiet“, erklärte der Direktor des Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) Fritz Beske heute in Berlin. Das IGSF hat das Projekt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein organisiert und die Projektergebnisse in dem Band „Gesundheit und Pflege in Schleswig-Holstein“ der IGSF-Reihe zusammengefasst.

„Mit der ehrlichen Analyse und den Handlungsempfehlungen sind die Weichen zur Sicher­stellung der Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein gestellt. Die Ergebnisse sind eine wichtige Basis für die aktuellen und zukünftigen gesundheitspolitischen Ent­scheidungen des Landes“, erklärte Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Die Erkenntnisse des Projekts würden unter anderem bei der derzeitigen Ausgestaltung des Gesetzes zur Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen im Land berücksichtigt, das Ende April beschlossen werden soll.

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Garg forderte, die Trennung von Sozialgesetzbuch V und XI zu beenden: „Langfristig brauchen wir ein Sozialgesetz ‚Versorgung‘, das den Rahmen unseres Gesund­heitssystems vorgibt.“ Das Gesundheitssystem und die Pflege nebeneinander her zu entwickeln und so zu tun, als ob beide nichts miteinander zu tun hätten, sei einer der größten Fehler der vergangenen Jahre gewesen.

Die Projektteilnehmer fordern unter anderem einen kommunal orientierten Versorgungs­ansatz, der die Patienten durch alle Leistungsbereiche führt. Ein solches Fallmana­gement scheitere bislang häufig daran, dass Krankenkassen es nicht bezahlten, sagte Garg. Dies sei aber kurzfristig gedacht, da Krankenkassen damit langfristig Einsparungen erzielen könnten.

Weitere Forderungen bezogen sich auf den Abbau von Bürokratie, die Delegation ärztlicher Leistungen oder die Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an den Standorten Kiel und Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Es sei ein Skandal, dass eine medizinische Disziplin, die die Hälfte der Leistungen erbringe, nicht überall mit einem Lehrstuhl vertreten sei, kritisierte Beske.

Wichtig sei es zudem, die verschiedenen Bereiche im Gesundheitswesen zu verbinden. „In Zukunft stehen mit ambulantem Sektor, stationärem Sektor, der Pflege und der Rehabilitation alle Gesundheitsbereiche in Konkurrenz zueinander um finanzielle Mittel und Personal“, so Beske. Wenn man sich nicht regional um die Integration dieser Bereiche kümmere, seien die aktuellen Probleme nicht zu lösen.

In das Projekt einbezogen waren 19 gesundheitspolitische Akteure, darunter die Ärztekammer Schleswig-Holstein, die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sowie  Pflege-, Apotheker- und Patientenverbände und Krankenkassen. © fos/aerzteblatt.de

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