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Nuklearmediziner erwarten mehr Schilddrüsen­erkrankungen

Donnerstag, 19. April 2012

Bremen – Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin erwartet mehr Schilddrüsen­erkrankungen in Deutschland. Nachdem in den vergangenen Jahren die Jodversorgung der Bevölkerung in Deutschland besser geworden sei, zeichne sich nun eine Verschlechterung der Situation ab.

Derzeit verwenden laut der Fachgesellschaft 75 bis 80 Prozent der Privathaushalte jodiertes Speisesalz. Auch die Lebensmittelindustrie setzte es bei der industriellen Herstellung in der Vergangenheit verstärkt ein. „Die Jodversorgung der deutschen Bevölkerung erreichte so im Jahr 2007 einen Stand, der die Weltgesundheits­orga­nisation dazu veranlasste, Deutschland von der Liste der Länder mit unzureichender Jodversorgung zu streichen“, so die Fachgesellschaft.

Besonders im Bereich der Nahrungsmittel-verarbeitenden Industrie nimmt die Verwendung von jodiertem Speisesalz inzwischen aber wieder ab. Grund ist die zunehmende Internationalisierung der Lebensmittelindustrie. Großfirmen, die für den internationalen Markt produzieren, möchten ihre Produkte kostengünstig herstellen und sind dafür darauf angewiesen, identische Produkte für den gesamten Markt zu produzieren. Die einheitliche Verwendung von jodiertem Speisesalz ist für sie aufgrund der in den unterschiedlichen Ländern stark variierenden, gesetzlich empfohlenen Obergrenze der Jodaufnahme nicht möglich.

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In der Folge verschlechtert sich die Jodversorgung auch in Deutschland. Laut der Fachgesellschaft sind besonders jüngere Frauen mittlerweile oft unterversorgt.

Die Nuklearmediziner rechnen daher mit mehr Schilddrüsenvergrößerungen und mehr sogenannten heißen Knoten und einer daraus resultierenden Schilddrüsenüberfunktion. Eine reduzierte Jodversorgung der Bevölkerung könne zudem dazu führen, dass Schilddrüsenkrebs häufiger auftrete.

Die Erkrankungen der Schilddrüse bilden ein Schwerpunktthema auf der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Diese findet vom 25. bis 28. April auf dem Gelände der Messe Bremen statt. © hil/aerzteblatt.de

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