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Angehörige psychisch Kranker zu wenig in die Behandlung integriert

Donnerstag, 19. April 2012

München – Angehörige psychisch Kranker werden in Deutschland immer noch zu wenig in die Behandlung einbezogen. Dabei sei wissenschaftlich längst belegt, dass sowohl den Kranken wie auch den Familien dadurch geholfen werde, bemängelten Experten heute in München.

Das Risiko, wieder in einer Klinik zu landen, reduziere sich dadurch um 20 Prozent. Bisher aber biete höchstens jede 50. psychiatrische Klinik im deutschen Sprachraum eine Angehörigengruppe oder familientherapeutische Hilfe an, heißt es in einer Mitteilung des Münchner Universitätsklinikum rechts der Isar. In der Schweiz sei die Psychiatrie viel weiter.

„Unser Ziel ist es, auch in Deutschland die Angehörigen verstärkt zu integrieren“, betonte der Münchner Psychiater Josef Bäuml. Rund 60 Prozent von ihnen hätten selbst behandlungsbedürftige Beschwerden.

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Außerdem zeigten Studien, dass der Übergang mancher psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie in ein chronisches Stadium verhindert werden könne, wenn Angehörige in den Behandlungsprozess fest einbezogen seien. Eine Fachtagung am Klinikum rechts der Isar soll morgen Anregungen zu einer besseren Versorgung geben. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #96091
Grosswardeyn
am Montag, 23. Juli 2012, 13:22

Primitivität trotz oder wegen des Wohlstandes in der BRD?

Das ist ein Beweis der trotz des Wirtschaftswohlstandes bestehenden Primitivität der Bildungsschwäche in der BRD, insbes. im Freystaat Groß-Bayern. Ich habe 5 Jahre in der niederbayerischen Psychiatrie als Arzt verbacht, Ich kann mich nach 20 Jahren an vieles erinnern: an uneinsichtige Patienten, undankbare Verwandte, an verräterische Pfleger und derogleichen.
Avatar #98372
Thelber
am Freitag, 20. April 2012, 22:27

Naja - und Psychologen, SOzialarbeiter, ....

Heilerzieher, Psychiatrische Fachkrankenschwestern, .... gibt es doch auch noch - oder ? Man muss ja nicht alles selber machen ...
Avatar #113975
aldebaran2008
am Freitag, 20. April 2012, 06:30

D' accord, aber...

Dass das Einbeziehen von Angehörigen in die Therapie psychisch kranker Patienten absolut notwendig und zielführend ist, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Es ist des Weiteren auch essentieller Bestandteil jedweder psychoedkuativer Maßnahme.
Allerdings benötigt es dazu zweierlei: Ärzte die es durchführen und Angehörige die mitmachen und dafür offen sind. An beidem mangelt es derzeit in Deutschland. Denn: die psychiatrischen Kliniken sind einerseits personell auf der Ärzteseite katastrophal unterbesetzt und sehen sich andererseits mit einer zusammenbrechenden ambulanten Versorgung sowie einer wachsenden und teils realitätsfernen Anspruchshaltung auf Seiten der Bevölkerung konfrontiert. Und um dem wieder entgegen zu wirken, bräuchte es mehr Aufklärungsarbeit, und dafür wieder mehr Ärzte (auch und vor allem im ambulanten Bereich), und dafür wieder...
Kurz gesagt: was nützt es zu reklamieren, dass zu wenig Brötchen gebacken werden, wenn es kein Getreide gibt (und dieses unter den vorherrschenden klimatischen Bedingungen auch nicht recht wachsen will)?
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