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500.000 Jahre altem Tuberkulosefall auf der Spur

Montag, 23. April 2012

Göttingen – An dem möglicherweise bislang frühesten Nachweis einer Tuberkulose beim Menschen arbeiten Paläopathologen der Universitätsmedizin Göttingen. Sie beziehen sich dabei auf Einzelteile des Schädels eines Homo erectus, eines sogenannten Frühmenschen, aus der Provinzstadt Denizli in der Türkei. An der Innenseite des 500.000 Jahre alten Schädels weisen Spuren darauf hin, dass dieser Frühmensch an einer durch Tuberkulose ausgelösten Hirnhautentzündung gelitten haben könnte.

„Rein morphologisch gesehen, ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den Grübchen und Einkerbungen an der Innenseite des Vorderschädels um Überreste einer durch Tuberkulose ausgelösten Hirnhautentzündung handelt. Wenn diese Annahme stimmt, ist der Fund aus der Türkei der einzige Nachweis weltweit von Hirnhaut-Tuberkulose beim Menschen aus der Fossilzeit“, sagte Michael Schultz, Arbeitsgruppe Paläopathologie in der Abteilung Anatomie und Embryologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

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Die morphologischen Erkenntnisse beziehen sich auf einen naturgetreuen Abguss des Schädelstücks. Schultz hat ihn zusammen mit dem US-amerika­nischen Wissenschaftler John Kappel­mann in Göttingen lupenmikroskopisch untersucht. Kappelmann, Anthropologe an der Universität Austin in Texas, ist Teil einer Forschungsgruppe, die die Knochen­stücke des Frühmenschen untersucht.

Das Originalfundstück befindet sich in der Türkei. Dort sollen im Sommer weitere Untersuchungen klären, ob sich die morphologischen Annahmen bestätigen lassen.

„Sollten sich die morphologischen Untersuchungen bestätigen, ist dieser Fund von außergewöhnlicher Bedeutung für die geschichtliche Einordnung von Tuberkulose. Dann müsste der Zeitpunkt des ersten Auftretens der Krankheit in der Geschichte der Menschheit korrigiert werden“, sagte Schultz.. © hil/aerzteblatt.de

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