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Medizin

SPARX: Computerspiel lindert Depressionen bei Jugendlichen

Montag, 23. April 2012

Auckland – Psychologen aus Neuseeland haben die Botschaften der kognitiven Verhaltenstherapie in ein Computerspiel verpackt. In einer randomisierten klinischen Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e2598) erzielten sie gleich gute Ergebnisse wie die klassische Form der Psychotherapie.

SPARX ähnelt auf den ersten Blick vielen anderen 3D-Fantasy-Spielen für den Computer. Die Benutzer tauchen in eine Märchenwelt ab, in der sie zahlreiche Abenteuer bestehen und Rätsel lösen müssen. Doch SPARX (für Smart, Positive, Active, Realistic, X-factor thoughts) bietet Jugendlichen mit Depressionen einen Zusatznutzen.

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Bei ihrem Kampf gegen die Bedrohung durch depressive GNATs (Gloomy Negative Automatic Thoughts) lernen sie mit negativen Gedanken umzugehen, Strategien zur Problemlösung zu entwickeln und umzusetzen. Außerdem gibt es Übungen zur Entspannung. Laut den Entwicklern ist die Software gespickt mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie, für deren Sitzungen die Jugendlichen ein Behandlungszentrum aufsuchen müssen.

Mit SPARX können sie ihre Therapiesitzungen dagegen zuhause und spielend erledigen. Die Software wurde von 24 Praxen in Neuseeland an 94 Jugendlichen im Alter von 12 und 19 Jahren getestet. Weitere 93 Patienten wurden auf die konventionelle kognitive Verhaltenstherapie in Einzelsitzungen mit dem Psychotherapeuten randomisiert.

Alle Jugendlichen litten unter leichten Depressionen. Keiner war als suizidgefährdet eingestuft worden, berichtet Sally Merry von der Universität Auckland. Ein Teil der Patienten absolvierte über vier bis sieben Wochen die einzelnen „Level“ des Computerspiels, während die anderen sich zu den üblichen Einzelgesprächen mit ihren Therapeuten trafen.

Primärer Endpunkt war die Entwicklung im „children’s depression rating scale-revised“, einer Skala, die auf der HAMD, der üblichen Beurteilungsskala für Depressionen bei Erwachsenen basiert. Laut Merry erzielte SPARX tendenziell sogar bessere Ergebnisse als die konventionelle Psychotherapie: 44 Prozent erholten sich vollständig von ihrer Depression gegenüber 26 Prozent in der Kontrollgruppe.

Bei den Jugendlichen kam das Spiel offenbar gut an: 95 Prozent der Patienten meinten, dass es auch für andere Jugendliche infrage käme, 81 Prozent würden es ihren Freunden empfehlen. Die Patienten waren allerdings auch mit der konventionellen Psychotherapie sehr zufrieden. Angesichts der guten Ergebnisse betrachtet Merry SPARX als eine mögliche Alternative zur konventionellen Psychotherapie. Auf Website wird die baldige Veröffentlichung angekündigt. © rme/aerzteblatt.de

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