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Medizin

Endokarditis: Tödliches Risiko bei Herzschrittmachern

Mittwoch, 25. April 2012

Durham – Die Elektroden von Herzschrittmachern oder implantierbaren Cardio­verter/­Defibrillatoren (ICD) können zu einem tödlichen Risiko werden, wenn sie Ausgangspunkt einer infektiösen Endokarditis sind. In einer prospektiven Kohortenstudie im US-ameri­kanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 307: 1727-1735) war einer von vier Patienten nach einem Jahr verstorben.

Die International Collaboration on Endocarditis-Prospective Cohort Study (ICE-PCS) ist die größte Sammlung zu infektiösen Endokarditiden unter Trägern von Herzschrittmachern oder ICDs. Das Team um Andrew Wang vom Duke Clinical Research Institute in Durham/North Carolina hat aus weltweit 61 Zentren (darunter das Westdeutsche Herzzentrum Essen) die Daten von 2.760 Patienten zusammengetragen, die zwischen Juni 2000 und August 2006 definitiv an einer CDIE (Cardiac device infective endocarditis) erkrankt waren. Es handelte sich um 6,4 Prozent aller Patienten mit infektiöser Endokarditis.

Insgesamt 74,0 Prozent der CDIE-Patienten waren männlich, das mediane Alter betrug 71 Jahre. Bei 84,2 Prozent waren die Blutkulturen positiv. Es wurden überwiegend Staphylokokken gefunden: Staphylococcus aureus 35,0 Prozent, koagulase-negative Staphylokokken 31,6 Prozent. Jeder zweite Patient hatte die Keime vermutlich im Krankenhaus erworben: 34,5 Prozent hatten nosokomiale Infektionen, 11,3 Prozent hatten Keime, die auch außerhalb von Kliniken vorkommen.

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Diese Zahlen unterstreichen laut Wang, wie wichtig es bei einem chirurgisch vergleichsweise banalen Eingriff wie der Implantation eines Herzschrittmachers ist, auf präventive Maßnahmen zu achten. Dazu zählt eine optimal Dekontamination der Haut und eine angemessene Antibiotikaprophylaxe.

Insgesamt 14,7 Prozent der Patienten starben noch in der Klinik, wobei die Mortalität bei Patienten, deren „Device“ im Rahmen der Infektionsbekämpfung entfernt wurde, mit 12,8 Prozent geringer war als bei Patienten, bei denen sich die Ärzte gegen eine Entfernung entschieden hatten (23,5 Prozent).

Nach der Entlassung aus der Klinik kam es zu weiteren Todesfällen. Wang gibt die 1-Jahressterberate mit 23,2 Prozent an. Bei Entfernung des „Device“ lag sie bei 19,9 Prozent, ohne Entfernung bei 38,2 Prozent. Laut den Berechnungen von Wang senkt die Entfernung des „Device“ die 1-Jahressterberate signifikant um 58 Prozent (Hazard Ratio 0,42; 0,22-0,82). © rme/aerzteblatt.de

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Thelber
am Mittwoch, 25. April 2012, 22:41

Somit wurde randomiserit nachgewiesen, ...

.... was ich nach Abschluss meines Medizinstudiums bereits an 3 Fingern zusammenreimen konnte.
Wobei die Zahlen eindrucksvoll sind.

Was noch recht interessant wäre: Wie viele Schrittmacher wurden an den beteiligten Zentren im selben Zeitraum insgesamt implantiert.
Oder noch eine interessante Zahl: Wie hoch ist für einen Schrittmacherträger das Risiko., an einer gerätebedingten Endokartditis zu versterben ?
LNS

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