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Ärzteschaft

Chirurgen warnen vor unnötigen Bandscheiben­operationen

Donnerstag, 26. April 2012

Berlin – Die Anzahl an Bandscheibenoperationen in Deutschland ist innerhalb von fünf Jahren um 43 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund warnen Experten vor überflüssigen Eingriffen und empfehlen zur Entscheidungsfindung ein Drei-Stufen-Verfahren. Dies soll Ärzten und Patienten mehr Sicherheit im Umgang mit Band­scheibenvorfällen ermöglichen.

Das Verfahren zur Abklärung von Bandscheibenvorfällen sieht im ersten Schritt die körperliche Untersuchung vor. „Dabei prüft der Arzt, ob neben Schmerzen auch Gefühlsstörungen oder Lähmungen vorliegen und wie weit diese fortgeschritten sind“,  erklärte Jürgen Meixensberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neuro­chirurgie (DGNC) im Rahmen des 129. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Ob die Beschwerden möglicherweise durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden, sei im zweiten Schritt mit Hilfe von CT- oder MRT-Bildern zu klären. Aus den Ergebnissen der beiden ersten Behandlungsstufen leite der Arzt anschließend in einem dritten Schritt ein  herapiekonzept ab. „Dabei gilt: Rückenschmerzen alleine erfordern keine OP, Lähmungen sprechen jedoch dafür“, erläuterte Meixensberger.

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In diesem Zusammenhang warnen DGNC und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) vor Ferndiagnosen bei Bandscheiben­problemen. Anbieter stellen diese im Internet oft gegen Vorkasse in Aussicht. „Ein Bandscheibenvorfall kann nicht allein aufgrund von Bildern beurteilt werden. Es gehört immer eine körperliche Untersuchung dazu“, betonte Bernd Kladny, Leiter der Sektion Rehabilitation der DGOOC. © hil/aerzteblatt.de

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