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Medizin

Genveränderung bei manisch-depressiven Männern entdeckt

Donnerstag, 3. Mai 2012

Heidelberg – Männer mit einer manisch-depressiven Erkrankung haben häufig eine bestimmte genetische Veränderung, betroffene Frauen dagegen nicht. Diese Genvariante bei Männern erhöht die Erkrankungswahrscheinlichkeit um etwa 30 Prozent. Das berichten Wissenschaftler vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg in der Fachzeitschrift Translational Psychiatry (doi:10.1038/tp.2012.30).

Patienten mit bipolarer affektiver Störung, besser bekannt als manisch-depressive Erkrankung, leiden an abwechselnden Phasen von Depression und übermäßig gehobener Stimmung. Experten schätzen, dass in Deutschland bis zu fünf Prozent der Bevölkerung betroffen ist. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig.

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Das Team um Beate Niesler, Abteilung für Molekulare Humangenetik am Universitätsklinikum Heidelberg, und Christian Hammer, jetzt Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen, untersuchte rund 1.800 Patienten und 2.400 gesunde Vergleichspersonen.

Die entdeckte Genveränderung führt dazu, dass sich die Funktion des so genannten Serotoninrezeptors Typ 3 ändert. Dieses Schlüsselmolekül der Reizweiterleitung ist im Gehirn an der Steuerung von Prozessen wie Lernen, Erkennen und Emotionen beteiligt und wurde bereits mehrfach mit der Entstehung von Angststörungen und Depression in Zusammenhang gebracht.

Medikamente, die den Serotoninrezeptor Typ 3 blockieren, werden zur Behandlung von Angststörungen und Depression eingesetzt, sind jedoch nicht bei allen Patienten wirksam. „Unsere Ergebnisse sind wichtig für weitere klinische Studien, zum Beispiel um zu verstehen, warum diese Medikamente bei einigen Patienten wirken und bei andern nicht“, erklärte Niesler. © hil/aerzteblatt.de

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