Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Viele Demenzkranke medizinisch unzulänglich behandelt

Montag, 7. Mai 2012

Berlin/Wiehl – Die Versorgung von Demenzpatienten haben die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) kritisiert. „Die Versorgung von Demenzpatienten wird viel zu oft als rein pflegerisches Problem betrachtet“, sagte der designierte DGPPN-Präsident und Sprecher des Kompetenznetz Degenerative Demenzen, Wolfgang Maier.

Dabei werde übersehen, dass „ein sehr großer Anteil von demenziell erkrankten Menschen unzulänglich medizinisch behandelt wird“, so der Psychiater. Unmittelbare Folgen seien zusätzliche Probleme in der Pflege. Er betonte, demenziell erkrankte Menschen könnten länger selbstbestimmt leben, wenn sie medizinisch adäquat behandelt würden. Wichtig sei, dass das medizinische Versorgungssystem auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sei.

„Die Medizin muss zum Patienten kommen. Das bedeutet, dass mehr Hausärzte und vor allem Fachärzte zu den demenziell erkrankten Menschen in die Heime und nach Hause kommen müssen, doch das wird nicht entsprechend honoriert“, so Maier.

Als eine wesentliche Ursache der mangelnden finanziellen Honorierung für Haus- und Fachärzte und der gerontopsychiatrischen Kliniken sieht DGGPP-Präsident Hans Gutzmann die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse. Betriebswirtschaftlich sei es zurzeit für eine Krankenkasse nicht sinnvoll, eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen durch die verspätete Pflegebedürftigkeit die Pflegekasse habe. „Deshalb bleibt das medizinisch Notwendige und volkswirtschaftlich Sinnvolle ungetan“, kritisierte Gutzmann. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.09.17
Mehr Aufklärung im Umgang mit Demenz notwendig
Berlin – Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wächst, doch zu wenige wissen, wie man mit Betroffenen umgehen soll. Nach einer heute veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Zentrums für Qualität......
20.09.17
Weltalzheimertag: Nicht jede Demenz ist unheilbar
Berlin – Eine Differentialdiagnose bei Demenz ist immer früher möglich. Dennoch werden die verschiedenen Formen in der Versorgungsrealität häufig nicht unterschieden, warnte Michael Rapp, Präsident......
20.09.17
Neue Forschernetzwerke in Köln
Köln – Die Universität zu Köln fördert den Aufbau von neuen Forschernetzwerken. Mit ihrem internen Förderprogramm „UoC Forum“ unterstützt die Hochschule vier Projekte mit jeweils bis zu 100.000 Euro......
18.09.17
Politiker und Ärzte werben um mehr Verständnis für Demenzkranke
Berlin – Politiker und Ärzte werben zur Woche der Demenz vom 18. bis 24. September um mehr Verständnis für Demenzkranke. „Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, brauchen die Unterstützung und......
07.09.17
Augenuntersuchung könnte Alzheimer detektieren
Los Angeles – Durch eine spezielle Fluoreszenzkamera könnte es in Zukunft möglich sein, Alzheimer zu detektieren. In JCI Insight berichten Forscher um Koronyo-Hamaoui am Cedars-Sinai Medical Center......
04.09.17
Demenz muss mehr Aufmerksamkeit erhalten
Rheine – Der nordrhein-westfälische Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dem Thema „Demenz“ mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Demenz müsse als......
29.08.17
Verkürzter REM-Schlaf könnte das Demenzrisiko erhöhen
Melbourne – Menschen, die im höheren Alter nachts nur wenig REM-Schlaf haben, könnten langfristig ein erhöhtes Demenzrisiko besitzen. Dafür sprechen die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie, deren......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige