NewsVermischtesIntelligenter Hirnschrittmacher optimiert Parkinson-Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Intelligenter Hirnschrittmacher optimiert Parkinson-Therapie

Montag, 7. Mai 2012

Köln – Die Therapie mit einem Hirnschrittmacher ist für viele Parkinson-Patienten hilfreich, oft jedoch auch mit Nebenwirkungen verbunden. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,32 Millionen Euro geförderten Projekt DBS SMART (engl. Deep Brain Stimulation, „Tiefe Hirnstimulation“) soll ein neuartiger implantierbarer Schrittmacher für die klinische Forschung entwickelt werden, der die Symptome deutlich schonender und dauerhafter unterdrückt. Projektpartner sind die ANM Adaptive Neuromodulation GmbH, das Forschungszentrum Jülich und das Universitätsklinikum Köln.

Die Parkinsonkrankheit wird durch eine Fehlsteuerung von Nervenzellen in bestimmten Gehirnregionen, die für die Bewegungssteuerung eine zentrale Rolle spielen, ausgelöst: Statt wie bei einem gesunden Menschen gezielt nacheinander zu feuern, senden die Nervenzellen gleichzeitig Signale aus. Diese krankhaft synchrone Aktivität ruft die typischen Symptome wie Zittern, Bewegungsstarre und Bewegungsarmut hervor. Bei der Behandlung mit einem Hirnschrittmacher werden Elektroden in die betroffenen Hirngebiete implantiert, die durch eine permanente elektrische Reizung die krankhaft synchronen Nervensignale unterdrücken.

Anzeige

Im Projekt DBS SMART arbeiten die Forscher an einem Hirnschrittmacher, der betroffene Nervenverbände gezielt desynchronisiert.  Die Neurotechnologie beruht dabei maßgeblich auf dem Stimulationsalgorithmus „Coordinated Reset“ (CR®), der von dem Mediziner, Physiker und Mathematiker Peter Tass vom Forschungszentrum Jülich entwickelt wurde. Für jeden Patienten wird dabei ein maßgeschneidertes Stimulationsmuster ermittelt, mit dem die überaktiven Nervenzellen gezielt desynchronisiert und das Aktivitätsmuster teilweise dauerhaft korrigiert werden kann. Die Technik wird in Zusammenarbeit mit dem Neurochirurgen Volker Sturm vom Universitätsklinikum Köln erprobt.

„In einer Akut-Studie hat die Technologie schon exzellente Ergebnisse erzielt. Auch dauerhafte Erfolge scheinen möglich, Nebenwirkungen wurden bisher nicht beobachtet. Diese bedarfsgesteuerten Stimulationskonzepte möchten wir nun in einem Implantat realisieren“, erläuterte Projektkoordinator Christian Hauptmann, ANM GmbH. Im Projekt soll die Behandlungseffektivität optimiert und die Technik soweit miniaturisiert werden, dass sie komplett implantiert werden kann. Erste Tests an Patienten sind für Ende 2012 vorgesehen, die Projektlaufzeit ist bis April 2015 angesetzt. © KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. November 2018
Grand Rapids – Eine Entfernung des Blinddarms könnte das Risiko, an Parkinson zu erkranken, senken. So lautet die Hypothese, die Forscher aus einer schwedischen Registerstudie mit Daten von etwa 1,6
Blinddarm könnte die Entstehung von Parkinson beeinflussen
1. Oktober 2018
Dresden/Meissen - Eine neue sektorenübergreifendende Versorgungsstruktur für Parkinson-Patienten haben Neurologen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden um Kai Loewenbrück von der Klinik
Neues Parkinsonnetzwerk in Ostsachsen
10. August 2018
Pittsburgh – Neue Forschungen haben ergeben, dass ein Gen, von dem bisher angenommen wurde, dass es nur einen kleinen Prozentsatz der Parkinson-Krankheitsfälle betrifft, deutlich bedeutsamer ist.
Parkinson-Gen betrifft mehr Menschen als gedacht
23. Juli 2018
Erlangen/Nürnberg – Bei der Parkinsonerkrankung greifen bestimmte T-Zellen dopaminproduzierende Nervenzellen des Mittelhirns an und töten diese ab. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um die
Aggressive T-Zellen können Parkinson verstärken
29. Juni 2018
Lissabon – Eine Tiefe Hirnstimulation (THS) im Bereich des Subthalamus reduziert das Sturzrisiko und verzögert das Auftreten von Psychosen bei Parkinson-Patienten. Zu diesem Schluss kommt eine
Wie die Tiefe Hirnstimulation den Parkinson-Verlauf beeinflusst
26. Juni 2018
Lissabon – Die Parkinsonerkrankung verläuft bei Männern und Frauen unterschiedlich. Eine slowenische Arbeitsgruppe hat jetzt beim vierten Kongress der European Academy of Neurology Daten zu den
Krankheitsverlauf von Parkinson bei Frauen und Männern unterschiedlich
25. Juni 2018
Paris – Die Behandlung mit Dopaminagonisten führt bei vielen Parkinson-Patienten zu einer Wesensveränderung. In einer prospektiven Kohortenstudie in Neurology (2018, doi 10.1212/WNL.0000000000005816)
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER