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Medizin

USA: HPV-Impfung mit Akzeptanzproblemen

Montag, 7. Mai 2012

Galveston – Die Impfung von Kindern und Teenagern gegen Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) leidet in den USA offenbar unter erheblichen Akzeptanzproblemen. Die Rate der kompletten Impfungen ist einer Studie in Cancer (2012; doi: 10.1002/cncr.27598) zufolge innerhalb von drei Jahren um zwei Drittel gefallen.

In den USA wurde Gardasil im Juni 2006 zugelassen (das Konkurrenzprodukt Cervarix folgte erst im Oktober 2009). Die Akzeptanz war anfangs hoch Dies zeigt die Auswertung der Daten einer US-Krankenkasse durch Jacqueline Hirth von der University of Texas Medical Branch in Galveston: In der wichtigsten Zielgruppe der Impfung, Mädchen im Alter von 0 bis 12 Jahre, wurden 2006 noch 58 Prozent der Kinder komplett geimpft.

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Sie erhielten alle drei Injektionen. Drei Jahre später war die Rate auf 21,2 Prozent gefallen. In der Altersgruppe der 13 bis 18-jährigen sah es nicht viel anders aus. Die Impfquote sank von 55 auf 21 Prozent, wobei Hirth auch hier nur jene Teenager zählte, die alle drei Impfungen im Zeitraum von einem Jahr erhalten hatten. Auch bei den 19- bis 26-jährigen ging die Impfrate um fast die Hälfte (von 43 auf 23 Prozent) zurück.

Die einzige Ausnahme bildeten die Frauen über 27 Jahren. Hier stieg die Impfquote von 15 auf 25 Prozent. In dieser Altersgruppe kommt die Impfung nach Ansicht vieler Experten zu spät. Den besten Schutz erzielt die Impfung, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen ist. Eine nahe liegende Erklärung für den Rückgang ist die politische Debatte um die Impfung, die von vielen Konservativen in den USA aus moralischen Gründen abgelehnt wird. Die Ex-Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann hatte sich sogar zu der (nachweislich falschen) Behauptung verstiegen, die Impfung könne eine mentale Retardierung auslösen.

Studienleiterin Abbey Berenson hat eine andere Erklärung. Die Impfungen würden in den meisten Fällen von Kinderärzten durchgeführt, denen es nicht gelinge, Eltern und Kinder von der Notwendigkeit aller drei Impfungen zu überzeugen. Viele Kinder würden nur die erste Impfung erhalten. Laut Berenson waren die Abschlussraten höher, wenn die Impfung von einem Frauenarzt durchgeführt wurden. © rme/aerzteblatt.de

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