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Medizin

Revlimid: Krebsmedikament kann Krebs auslösen

Dienstag, 8. Mai 2012

Rockville – Das Krebsmedikament Revlimid (Wirkstoff: Lenalidomid), das zur Behandlung des multiplen Myeloms eingesetzt wird, kann selbst Krebs auslösen. Dies hat eine Sicherheitsprüfung der US-Arzneibehörde FDA ergeben. Lenalidomid, ein Derivat von Thalidomid, wurde 2007 zur Behandlung des multiplen Myeloms bei Patienten zugelassen, die bereits eine Standardtherapie erhalten haben. Die gute Wirkung gegen das Malignom, das seinen Ursprung im Knochenmark hat, schließt jedoch nicht aus, dass die Substanz eben dort die Entstehung anderer Malignomen induzieren kann.

Vor einem Jahr hatte die FDA eine Sicherheitsprüfung eingeleitet. Sie hat zum einen drei kontrollierte Studien ausgewertet, in denen Lenalidomid zur Behandlung eines neu diagnostizierten multiplen Myeloms eingesetzt wurde. Es handelt sich um einen Off-Label-Einsatz. Die Patienten waren zunächst mit einer Chemotherapie, teilweise kombiniert mit einer Stammzelltransplantation behandelt worden. Danach hatten sie zur Erhaltungstherapie Lenalidomid oder Placebo erhalten.

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Laut FDA ist es unter Lenalidomid fast dreimal häufiger zu neuen Krebserkrankungen gekommen (7,9 Prozent versus 2,8 Prozent). Zu den sekundären Malignomen zählten eine akute myeloische Leukämie (AML), ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) sowie B-Zell-Malignome. Diese Erkrankungen lassen Tumoren entstehen wie das multiple Myelom selbst im hämatopoetischen Knochenmark.

In einer zweiten Analyse hat die FDA noch einmal retrospektiv die Daten der beiden Studien ausgewertet, die 2006 zur Zulassung von Lenalidomid geführt hatten. In diesen Studien war Lenalidomid mit Dexamethason kombiniert worden. Im Vergleich zur Kombination aus Placebo plus Dexamethason war es häufiger zu Zweitmalignomen gekommen (Inzidenz: 3,98 versus 1,38 pro 100 Personen-Jahre).

Bei den meisten Karzinomen handelte es sich um invasive nicht-melanotische Hautkrebse (2,4 versus 0,91 pro 100 Personen-Jahre). Wenn die unterschiedlichen Beobachtungszeiten der Patienten berücksichtigt werden, reduziert sich der Unterschied in der Inzidenzrate beim Hautkrebs (1,71 versus 0,91 pro 100 pro 100 Personen-Jahre) und ist statistisch nicht mehr signifikant. © rme/aerzteblatt.de

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