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Ärzteschaft

Verbände wehren sich gegen Pflichtquartal Allgemeinmedizin

Donnerstag, 10. Mai 2012

Berlin – Wenige Tage vor der Abstimmung über die neue Approbationsordnung im Bundesrat am 11. Mai haben sich Medizinstudierende und Facharztverbände gegen ein viergeteiltes Praktisches Jahr (PJ) gewandt.

Hintergrund: Zunächst war geplant, die Medizinstudierenden zu drei Abschnitten im PJ zu verpflichten: je einem Pflichttertial Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin. Letzteres sollte den bisherigen Wahlabschnitt ersetzen. Massiver Protest von Fachverbänden, Medizinstudierenden und Lan­des­ärz­te­kam­mern hat jetzt zum Vorschlag des viergeteilten PJs geführt. Neben Quartalen in den oben genannten drei Fächern stünde ein Quartal für ein Wahlfach zur Verfügung, allerdings verkürzen sich dadurch die einzelnen PJ Abschnitte von vier auf drei Monate.

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Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland hatte sich bereits gegen eine solche „Quartalisierung“ des PJ ausgesprochen.

Jetzt haben sich auch acht Berufsverbände dem Protest angeschlossen. „Eine Verkürzung der PJ-Zeit auf je ein Quartal pro Fachgebiet ist inadäquat, weil dadurch weder die kleineren, noch die großen Fachgebiete der Medizin und der Arbeitsalltag in diesen Gebieten annähernd realistisch und umfassend kennengelernt werden können“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Unterzeichnen sind der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA), Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC), Berufsverband der Deutschen Internisten (BDI), Berufsverband der Frauenärzte (BVF), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Berufsverband der Deutschen Radiologen (BDR), Bundesverband der Deutschen Pathologen (BDP).

Die Medizinstudierenden veranstalten Protestdemonstrationen in zahlreichen Städten.

Bereits gestern fanden diese in Leipzig und Münster statt, für heute geplant sind folgende Veranstaltungen:

  1. Bonn um 12 Uhr vor dem Lehrgebäude des Uniklinikums
  2. Düsseldorf seit 10 Uhr, „OASE Wiese“, Universitätsstr. 1
  3. Essen um 12 Uhr vor dem Operativen Zentrum 2
  4. Freiburg seit 10 Uhr vor der Klinik für Inneren Medizin
  5. Heidelberg seit 9:20 Uhr vor dem Theoretikum, Im Neuenheimer Feld, Heidelberg
  6. Jena um 13 Uhr, Holzmarkt Jena
  7. Köln um 12 Uhr, Studierendenwiese Uniklinik Köln
  8. Mainz seit 10 Uhr, Haupteingang Universitätsmedizin Mainz

Morgen werden sich Studierende der Fachschaften Berlin, Hannover und allgemein der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) ab 9.00 Uhr vor dem Bundesrat treffen. © hil/aerzteblatt.de

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